I.XIV
Ich muß noch die Bemerkung hinzusehen, daß inder Entwickelung der theoretischen Grundsätze, Smithdie reinsten und erhabensten Maximen für das prakti-sche Leben mit Geschicklichkeit und Geschmack einwebt;und daß sein Werk durchaus eine Menge anziehenderSchilderungen von Charakteren und Sitten enthält.Einen andern Vorzug erhalt dasselbe durch einige Ne-tzen-Untersuchungen, die bey jeder, über die erstenPrincipien angenommenen Hypothese von gleicherWichtigkeit sind. Von dieser Art ist die oben schonangeführte Untersuchung über den Einfluß der Glücks-umstände der Personen auf die Beurtheilung ihrer mo-ralischen Handlungen, und eine andere über den Ein-fluß der Gewohnheit aus eben diese Urtheile.
Die Schreibart, deren sich Smith in der Dar-legung seiner Theorie bedient, scheint mir der Natursolcher abgezogner und feiner Begriffe nicht völlig an-gemessen. Da er Ideen mittheilen will, welche äu-ßerst abgezogen und sein sind, und über die sich schwer-lich anders ohne Mißverständnisse zu erregen, streitenläßt, als wenn jeder Idee ihr eigenthümliches Wortgewidmet wird, erlaubt er sich oft eine Abwechselungvon Ausdrücken, die nicht vollkommen gleichbedeutendsind, und bindert dadurch die Aufmerksamkeit des Le-sers sich auf den einzigen bestimmten Sinn, welchenseine Sähe haben sollen, zu richten. Ein ähnlicherNachtheil entsteht aus der Mannichfaltigkeit der For-men, in welche eine und dieftlbe Wahrheit, in ver-schiedenen Theilen seines Werks eingekleidet ist. Da-für