Druckschrift 
1 (1799)
Entstehung
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Gefühl von Verdienst oder Schuld, mit einem Wor-te, das Gewissen bey uns entsteht.

Die Idee von Gerechtigkeit leitet Smith, ebenso wie alle andere moralische Unterschiede aus demPrincip der Sympathie her. Wenn ich bloß aufmich selbst Acht habe: so scheint mir meine eigeneGlückseligkeit wichtiger, als die der ganzen übrigen, Welt zu seyn. Aber ich weiß, daß in diesen aus-schweifenden Vorzug, den ich mir selbst gebe, andereMetischen unmöglich einstimmen können; und daß ichin ihren Augen nur einer aus vielen, d. h. ein Menschbin, der nicht mehr Achtsamkeit und Theilnehmungverdient, als jeder andere aus dem Haufen. Wennmir also an der Sympathie und dem Beyfalls andrerMenschen etwas gelegen ist; (und es ist nachSmiths Meinung, der stärkste Trieb meiner Natur,welche mir den Wunsch darnach einflößt) so muß ichmich gewöhnen, meine Glückseligkeit nicht in demLichte anzusehen, in welchem sie mir selbst, sondernin dem, in welchem sie der ganzen übrigen Welt er-scheint. Wenn mich jemand angereiht beleidigt: soweiß ich, daß die ganze Gesellschaft unter der ich lebe,an meinem Unwillen Theil nehmen wird. Aber wennich ohne von dem andern beleidiget worden zu seyn,zuerst seine Wohlfahrt verletze, bloß weil seine Vor-theile den meinigen im Wege stehen: so sehe ich auchvoraus, daß jedermann mit dem Unwillen des anderngegen mich sympathisiren wird, und daß ich von allerWelt als strafwürdig werde anerkannt werden.

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