Druckschrift 
1 (1799)
Entstehung
Seite
XLVII
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XL VI!

Der entgegengesetzte Fall tritt bey den geselligenLeidenschaften der Liebe und der Dankb arkeit an. DieSympathie mit der Person, welche einer andern wohl-will, wird durch die Sympathie mit der Person, wel-che der Gegenstand jenes Wohlwollens ist, verstärkt.Und daher kömmt das vorzügliche Wohlgefallen, daswir an diesen Leidenschaften finden, und die Achtung,.die wir für sie als schicklich und anständig hegen.

Die egoistischen Gefühle von Freude undSchmerz, wenn sie bloß aus unserm eignen Glückeoder Unglücke entstehen, halten zwischen den geselligenund ungeselligen Leidenschaften die Mitte. Sie sindweder so einnehmend als die ersten, noch so verhaßtals die letztem. Auch in ihrem Uebermaße mißfallensie uns nicht so sehr , wie ausschweifender Haß, weilkeine entgegengesetzte Sympathie der Theilnchmungdaran im Wege steht: und bey der vollkommenstenSchicklichkeit gefallen sie nicht so sehr, als uneigennü-tziges Wohlwollen: weil keine doppelte Sympathiedie Theilnehmung an ihnen verstärkt.

Nach diesen allgemeinen Betrachtungen überdie Schicklichkeit der Handlungen untersucht Smith,welchen Einfluß auf die moralische Beurtheilung derHandlungen die Glücksumstände des Handelnden ha-ben. Er sucht zu zeigen, (was der gemeinen Meinungentgegen steht) daß, wofern sich nur nicht Neid inunsre Empfindungen einmischt, wir mehr natürlichenHang haben, mit der Freude, als mit der Traurig-keit zu sympachisiren; und daß es daher im Glücke leich-ter.