Xl.v
erreichen kann, um seine Empfindungen denen, wel-che der Gegenstand selbst erregen würde, so nahe alsmöglich zu bringen; und von der andern Seite lehrt sieden wirklich von diesem Gegenstände afficirten Theilseine Gefühle äußerst zu mäßigen, um siezuder schwä-chern sympathetischen Empfindung des Zuschauersherabzustimmen.
' 5. Auf diese zwiefachen Bemühungen sind zwey
Arten der Tugend gegründet. Auf die Bemühung desZuschauers, sich in die Lage der handelnden Hauptper-son zu versetzen, und seine sympathetischen Empfin-dungen zu der Höhe ihrer ursprünglichen Gefühle zubringen, gründen sich die sanftem, die liebenswürdi-gen Tugenden, die Tugend der theilnehmenden Men-schenliebe , und der verzeihenden Billigkeit. Auf dieBemühung der unmittelbar afficirten Hauptperson,ihre Gefühle bis zu dem Grade zu mäßigen, daß siemit den schwachen Empfindungen des Zuschauers über-einstimmen können, gründen sich die erhabnem, diemännlichen, die ehrwürdigen Tugenden, die Tugen-den der Selbstverleugnung, der Standhaftigkeit unddes Muthes; deren Gemeinschaftliches eine solcheHerrschaft der Vernunft über die Leidenschaften ist,durch die sie immer in den der Würde unsrer Naturund den Regeln der Schicklichkeit gemäßen Schran-ken gehalten werden.
Smith geht nun, dieses noch mehr zu erläutern,die verschiedenen Arten der Gefühle durch, und zeigt,daß bey jeder nur derjenige Grgd gebilligt wird, in
weichen