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ihre rohen Herzen wurden menschlicher, ihre wilden Sittenwurden milder.
So siegte der christliche Glaube mitten in den schicksalsvollenTagen einer allgemeinen Umgestaltung der Welt; als sich dieallgemeine Verwirrung gleichsam in eine neue Schöpfung auf-gelöset hatte, beteten alle gebildeten Nationen zu einem Gott, zudem gemeinschaftlichen Vater des Weltalls, und freuten sichalle einer Erlösung von den Banden der Finsterniß und einerOffenbarung durch Jesum, wenn gleich in mancherlei Religions-Parteien und Meinungen getrennt.
Noch bis zur heutigen Stunde dauert die Ausbreitung derchristlichen Religion bei entfernten wilden Nationen fort, und eswird ein Tag kommen, da alle Völker der Welt nur eine Heerdesein werden, deren Hirt Jesus Christus ist. — Das Senfkornward zum Baum, dessen Zweige den Himmel berühren und dieWelt umschatten.
Wenn ich in den Geschichten der grauen Vorzeit die wunder?baren Schicksale der christlichen Religion erfahre: so sehe ichüberall Gottes Finger, überall die dunkle Hand der göttlichenVorsehung. Ich bedarf keines andern Beweises für die Gött-lichkeit meines Glaubens, als die Betrachtung seiner Entstehungund Verbreitung.
Wie Gott durch tägliche Wunder für die irdischen Bedürf-nisse der Menschen sorgt, so veranstaltete er es auch in seinerAnordnung der Schicksale, daß für die Erhebung und Veredelungunsers Geistes gesorgt sei. — Himmel und Erde werden ver-gehen, aber seine Worte vergehen nicht. (Luk. 21, 33.)
Ewig, wie Du selbst bist, Gott — Urquell des Lichts undder Weisheit! — ist Deine Wahrheit ewig. Reiche und Völkervergehen, aber die unsichtbare, herrliche Kirche der Geister,welche Dein Sohn Jesus gründete, vergeht nicht.
Heil mir, denn ich bin ein Genosse derselben! Heil mir,auch für mich floß auf Golgatha des Welterlösers Blut! Heilmir, auch für mich gingen einst tausend fromme Zeugen derWahrheit in den Märtirertod! — Ach, meine Seele stammeltDir den inbrünstigen Dank, daß Du ihr Verschmachten in der