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Scheingründen die eigene Schlechtigkeit, welcheman abzuwerfen ohne Heldenmuth ist.
Es ist vergebens, spricht der auf Jesu Namen zu seinerNachfolge Eingeweihte, es ist vergebens, daß ich es unternehme,eine Veränderung in meinen Gewohnheiten, in meiner ganzenDenkart zu versuchen. Ich bin nun einmal so; ich kann nichtanders, nicht besser werden. Wohl weiß ich es, daß ich vieleSchwächen habe, aber sie liegen mir gleichsam angeboren imGemüth. Es lebt unter der Sonne kein Heiliger mehr. VorGott ist Niemand rein. Jeder Mensch hat seine eigenen Fehler,und ich habe die meinigen. Ich kenne Viele, die noch schlechtersind, als ich. Warum soll ich gleichsam meine ganze Naturtödten, um zu werden, was ich doch nicht werden kann und keinSterblicher hienieden, fehkerrein und tugendvoll, wie Christus war?
Ach, diese Sprache tiefer Verderbtheit, wer ist's, der sie nichtirgendwo schon gehört hätte? Wer ist's, der sie nicht vielleichtschon selbst einmal in Aufwallungen des Gemüths geführt hätte,wenn Pflicht und Neigung mit einander bei einem Anlaß inWiderspruch geriethon ? Es ist die Sprache des Muthlosen, dersich in seiner Elendigkeit gefällt, und selbst seine Schande zurEhre machen möchte.
Aber fremd war diese Sprache den edeln Freunden desAuferstandenen, da sie ihn wunderbar über Welt und Tod alsSieger ehrten, da er, über den Schauern des Grabes emporrschwebend, Wiedervereinigung vor Gott in der Ewigkeit zumZiele ihrer Mühe machte. Sie hörten auf, ihren eigenenNeigungen zu leben; sie lebten nur Gott. Sein Beispiel hattein ihnen alle Todesfurcht, allen Hang zur Bequemlichkeit vertilgt.Sie wollten Christi würdig sein, darum verläugneten sie sich selbst,nahmen sein Kreuz auf sich und folgten ihm nach.
Und ich feiere das Fest des Auferstandenen; ich feiere seinenSieg über Tod ,und Grab, und den Sieg seines Wortes; — ichsehe das Beispiel seiner ersten Schüler, sehe das Beispiel großer,tugendhafter Männer des Alterthums vor mir, die, um gerecht,weise, wohlthätig für Welt und Nachwelt zu handeln, sich selbstüberwanden, demüthig einhergingen, wo Andere stolz waren,