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2 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
Entstehung
Seite
440
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mensch ihnen verkündet hatte, und sahen im Grabe nicht mehr denAbgrund der Vernichtung, sondern die Schwelle der Ewigkeit.

Sollte der Sieg Jesu, welcher so herrlich auf das Gemüthder Jünger wirkte, nicht eben so mächtig auf mein Herz sichäußern? Sie sahen nur seinen Triumph über das Grab: ichaber sah mehr, als sie, den Sieg seines göttlichen Lichtes überdie Finsterniß der Welt, den Sieg seiner Lehre über die Machtdes Jrrthums aller Völker. Ich sah Könige von ihren Thronensteigen, um im Staube den anzubeten, der einst in Knechtsgestaltlehrte und sich erniedrigte bis zum Tode am Kreuze; ich hörtevon den Lippen des Unmündigen die erhabensten Worte desLebens tönen, welche die Weisesten des Alterthums nie auszu-sprechen fähig waren.

Den Sieg Jesu über die Gewalt des Todes hatte er selbstvoraus verkündigt, da er noch unter den Sterblichen wandelte,und keiner der Jünger ahnete, welches Todes ihr göttlicherFreund einst sterben würdeund erfüllt ward seine Weissagung.Den Sieg seiner Religion hatte er selbst zuvor verkündigt, undin Tagen, da die Schaar seiner Anhänger noch gering, die Machtdes Judenthums und der heidnischen Tempel aber überall ge-waltig herrschend war. Und erfüllt ward seine Weissagung.Das Senfkorn ward zum Baum, dessen Gipfel den Himmelberührt, und unter dessen Zweigen zahllose Völkerschaften desweite!, Erdkreises heut Erquickung und Seligkeit finden.

So werde denn der Sieg Jesu über des TodesMacht auch ein Sieg meiner schön stcn Hoffnungen.So begeistere er denn auch mich, wie er die Jünger begeisterte,zu einem erhabenen, heiligen, furchtlosen Wandel ; zu einemmuthigen Auftreten für Wahrheit, Recht und Unschuld, fürTugend und Glauben; zu einem christlichen Heldensinn, derjede unreine Leidenschaft aus der Brust verbannt, den Hohn derSchlechten verachtet, und für Gottes, für der Tugend Sachekein Unglück fürchtet, kein Leiden verschmäht, keinen Tod scheut.

Wahrlich, der Mensch wäre oft besser, edler, größer, wenner nur den Muth hätte, es zu sein. So waren JesuJünger anfangs schüchtern, furchtsam. Christus der Erstandene