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2 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
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gedenken! Wie könnte ich Dich jemals mit andern Christen feier-lich begehen, ohne mir zuzurufen: Bei diesem Mahle der Liebeund Wehmuth, der göttlichen Freundschaft und des schmerzlichenScheidens gedachte Jesus auch meiner, und betete der Uns-er wählte Gottes für mich!

Er starb! Aber seine Jünger erneuten noch oft das Ge-dächtnißmahl des gen Himmel erhobenen Lehrers und Freundes.Dieser Abend, dieses letzte Nachtmahl ward ihnen unvergeßlich.Es war der feierlichste von allen Gebräuchen der christlichenKirche, dieses Gedächtnißmahl zu begehen. Wer an Jesu Theilhaben wollte, wer Jesu Namen bekannte, eilte mit Sehnsuchtzum Tische des Herrn, und erneuerte, wie die ersten Jünger,das Andenken des großen Leidens und Sterbens. Die erstenChristen feierten ihr Nachtmahl unter Gräbern und Verfolgun-gen. Nicht Schwert, nicht Flamme schreckte sie vom Genüssedesselben zurück. Sie wußten es, denn Jesus hatte es verheißen,sein Wort werde endlich siegen. Und es siegte.

Es ist nichts Ungewöhnliches unter allen Völkern, daß siemit Rührung das Andenken ihrer großen Männer, ihrer Helden,Weisen, ihrer Wvhlthäter feiern. Immer ist eine solche Hand-lung ehrwürdig. Gefühlvolle Gemüther bringen da der bewun-derten Tugend eines Edeln den Zoll der Dankbarkeit dar.

Um wie feierlicher muß uns das Gedächtnißmahl Jesu sein,welches er selbst in den furchtbarsten Augenblicken seines Lebensstiftete! Es ist die dankbare Feier des Allerheiligsten, durch dessenbeseligendes Wort wir vom Jrrthum der Sünde befreit und mitGott vereint wurden. Es ist die Huldigung, welche wir Gottselbst bringen; es ist die Erneuerung des großen, ewigen Bundes,welchen Christi Blut versiegelte.

Aber o daß wir es läugnen könnten! dies himmlisch-ernste Fest der Seele, das noch gegenwärtig in allen Tempelnder Christenheit gefeiert wird, mit welcher Gleichgültigkeit wirdes. von Vielen begangen! Christen, für die Christus blutete undstarb, treten mit Leichtsinn zum Altar, uneingedenk dessen, wassie thun. Viele scheinen darin nur noch einen alten Gebrauchüben zu wollen, der auf ihr Herz aber keinen Einfluß hat. Vielen