Richter, tt, so—»o.
Was hat der Mensch, das er Dir gebe?
Gabst Du nicht Alles ihm zuvor?
Du willst nur, daß er heilig leb«,
Und Christus leuchtete ihm vor.
Nicht Opfer und Gelübde, nein,
Sein Herz nur forderst Du allein!
Du selber sprachst: mit WohlgefallenBlick' ich nur auf Barmherzigkeit;
Nicht hin zu euern Opfern allen,
Die ihr mir auf Altären weiht!
Gott ist ein Geist! so betet dannIm Geist ihn und in Wahrheit an.
Nicht Weihrauch bring' ich und nicht Myrrhen,Zur Gabe, Herr des Weltalls, Dir;
Mich soll kein Aberglaube irren;
Nimm nur dies treue Herz von mir!
O ew'ge Liebe! laß e§ DeinUnd ewig Dir geheiligt sein!
^Zn jenen Tagen, da Moses schon und Josua nicht mehr ihremVolke vorstanden, und dieses in seinen eroberten Sitzen ohne.König, ohne gemeinsamen Anführer lebte, und nur von ZeitZu Zeit, wenn Gefahr drohte, sich den edelsten und tapferstenMann eines Stammes zum Feldherrn und Richter erkor, —Ln jenen Tagen ward auch Jephthah von Gilead zu solcherWürde berufen. Denn das Volk war in großer BedrängnißLurch die Kriegszüge der Ammoniten.
Jephthah, welcher wegen unehelicher Geburt aus seinerHeimath verstoßen war, und im Lande Tob lebte, wo er loseLeute zu sich gesammelt und Strcifzüge nach Beute gethan harte,fand sich durch die Bitten seines Volkes geschmeichelt. Die Ael-testen von Gilead schworen ihm im Namen desselben, er sollteAller Haupt sein, wenn er gegen die Ammoniter siegreich wäre.—Nun beseelt von Ruhmbegier stellte er sich an die Spitze derisraelitischen Kriegshaufen und führte sie gegen Ammon. Der