Apostel, wer wird mich erlösen von dem Leibe dieses Todes, dasist, von diesem sterblichen Leibe, von der Gewalt der Sinnlichkeit,die allein aus ihm entspringt? Christus Jesus, der Welterlöser,ist's, der- uns den Sieg gegeben hat. Er, durch seine himmlischenMittheilungen, stellte in uns wieder das göttliche Ebenbild her,wie es ursprünglich gewesen, indem er uns wieder auf den Wegder Natureinfalt und ewigen Wahrheit zurückleitete, auf welchemder gottgeschaffene Urmensch wandelte; indem er uns wieder mitGott versöhnte, von welchem sich die Menschheit verloren hatte,und lehrte ihn als Schöpfer, als Vater, als Liebe anbeten undlieben, wie der erste der Sterblichen es in seiner Vollkommenheitgethan. Darum wollte Jesus der Göttliche, der Mensch solle,seines hohen Ursprungs würdig, nur in Gott leben, er solle dieWelt, das Irdische, gering achten, und nur nach dem trachten,was da droben ist; er solle genügsam sein mit Wenigem, weilwir zur Bekleidung und Erhaltung unsers Körpers nur weniggebrauchen; statt dessen seinen Geist mit der Erkenntniß der Gott-' heit und mit Betrachtung des Himmlischen erheben. Darumermahnte er, den Willen seines Vaters zu vollbringen, als dashöchste Lcbensgeschäst anzusehen, nicht aber das Einsammeln vonSchaßen, das Glänzen mit köstlichen Kleioern, das Gewalthabenunter den Leuten. Er selbst gab das große Beispiel. Er zeigte,wie das Wiedereinswerden mit der Natur und mit Gott möglichsei. Er verläugnete alle sinnliche Bequemlichkeiten; er war mitdem Wenigen zufrieden, was ihn kleiden und nähren konnte; erlebte nur, um wohlthätig beizustehen, um segensvoll zu wirken,um Freuden zu verbreiten, wie Gott; er achtete die vom gemeinenMenschen hochgepriesenen Güter der Welt gering, ja das Lebenselbst so gering, daß er cs den Sündern um der Sünde willendahin gab. Heiligkeit des Geistes, Einheit mit Gott war ihmunendlich höhern Werthes, als Schmerzen und Tod ihm jemalsfurchtbar sein konnten. Daher ist die Kraft seiner Gemeinschaftin uns mächtig, indem sie in uns Neues bewirkt, und einen neuenMenschen schafft.
So steht in uns das doppelte Gesetz: das Gesetz Gottesin unserm Gemüthe, das Gesetz der thierischen Lust in