Sohnes widersprechen! Nein, o Vater, barmherziger Vater,der Du kennst die Schwachheiten und Gebrechen Deiner Kinder,der Du auch den 'gefallenen Sünder nicht verstoßest, der umGnade schreit, nein. Du bist nicht der Unerbittliche!
Du willst und kannst — so wahr die Erd«
Der Fußtritt Deines Sohns betrat/
So wahr mit duldender GebärdeDer Herr am Kreuz für Mörder bat —
Du willst, Du kannst von seinen Ketten,
. Von jeder Schuld den Sünder retten.
Zu Gott, der nicht verzeihen kann,
Zu ihm führt Jesus nicht hinan !
Ja, er verzeiht! doch nur, wieder Gerechte verzeiht.Die höchste Güte ist Gott, aber auch die höchste Gerechtig-keit. — Er nimmt nur den wieder als sein Kind auf, der einKind Gottes sein will. Er verzeiht, aber nach seiner Gerechtig-keit folgen die Strafen unfern Sünden nach. Doch die Strafeist nicht Rache. Strafe ist zur Besserung wirkend. Strafe istdie natürliche Folge jeder Sünde, wodurch wir von ihr zurück-geschreckt werden, oder Andere in unserm Beispiel zurückschreckensollen. Strafe besteht auch neben der Liebe. Auch die Mutterstraft des Kindes Ungehorsam, und doch kann sie es mit Zärt-lichkeit lieben.
Und Strafe ist es, wenn wir, die wir versäumen, nachJesu Sinn vollkommen zu werden, durch unsere eigene Schuldunvollkommen bleiben. So straft sich das Kind, welches ver-säumt, in der Schule die nützlichen und zum Leben nothwendigenKenntnisse zu sammeln, wenn es zurückbleibt in Unwissenheit.So belohnt sich der fleißige Zögling selbst, indem er an Weis-heit und Einsichten wächst. Und wenn die Lehrjahre verflossensind: wer wird so ungerecht sein, den Trägen und den Fleißigenauf gleiche Höhe des Verdienstes zu stellen? Wer wird, wennder Träge dann zu spät seine Schuld bereut, dieses aufrichtigenund bittern Schmerzes willen ihn dem Fleißigen gleichstellen,der so viele Jahre anhaltend hinopferte, während der Anderesorglos dahin lebte? Wie, soll die Reue weniger Stunden desEinen allen Eifer, alle Bemühungen langer Jahre des Andernplötzlich aufwiegen? Wie, soll der Träge sich in seiner Faulheit