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Angerathenen Sohn wieder mit Freudenthränen in seine Arme,wenn dieser sich bessert und ein edleres Leben beginnt? Verzeihtnicht das liebende Mutterherz gern dem Kinde, wenn es seineBosheit ablegt, und an Mutterliebe und Muttertreue glaubendlernt? — Und Gott, der Urquell aller Güt^ aller Barmherzig-keit, höher als aller Menschen Güte und Liebe, Gott sollte demreuevollen Sünder, dem schwachen Menschen nie verzeihen? —Gr sollte immerdar des Unglücklichen zürnen? — Zürnen?O nein, nur die Vorstellung eines Zorns in Gott M Gottes-lästerung! — Zorn und Haß sind nicht in der Liebe, sind nichtim Göttlichen, sondern nur Aeußerungen der verderbten, rohenMenschennatur. Wie darf ich frech des Menschen schlechteste-Eigenschaften dem allerhöchsten, dem allerheiligsten der Wesenzuschreiben oder andichten? Und wenn selbst in der heiligenSchrift vom Zorne Gottes die Rede ist: so ist dies nur in bild-lichen Ausdrücken, wo zu schwachen Menschen, im Kindheits-alter ihrer Vernunft, geredet ward; zu Menschen, deren Vor-stellungen vom höchsten aller Wesen nicht so erhaben und würdigwaren, wie diejenigen, welche Jesus Christus hatte, und wie ersie uns lehrte.
Dem Allerheiligsten ist der Zorn fremd. Und er, der niezürnt — er sollte nie verzeihen können? Welch ein Widerspruch,sinnlos und grausam!
Er verzeiht — Ach, wäre er der Unerbittliche, der Un-versöhnliche, grausamer als der Grausamste unter den Men-schen— mir wäre besser, ich hätte nie das Licht des Tages erblickt;mich hätte nie der Wink der Allmacht aus dem Nichts hervor-gerufen in das Dasein. Denn damals, als ich noch schlief inDem Schoose des Nichts; als mir noch keine Sonne glänzte,mich noch keine Blume anhauchte; als ich noch nichts von desLebens Lust und Weh empfand: damals war ich freilich nichtglücklich, aber auch elend war ich nicht. Wehe mir, welch einLoos, meiner Sünden willen zu einem endlosen Jammer er-schaffen zu sein; wehe mir, welch ein Schöpfer, der mich zusolchem Jammer hervorrief!-Nein, hinweg, ihr furcht-
baren, unchristlichen Gedanken, die den Lehren des ewigen