Druckschrift 
2 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
Entstehung
Seite
246
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Ziel. Seine Versuche mißlingen. Aber jenes Mißlingen reiztihn nur noch stärker, seine Absichten zu erreichen, seinen Willenzu ertrotzen. Mitten in seinem Streben erkennt er, daß etwasganz anderes, als sein eigener Entwurf, im Plan der Vor»fehung liegt. Von allem dem, was er wünscht, hofft, erwartetim Lauf der Begebenheiten, sieht er das Gegentheil geschehen.Er sieht, daß sein Wille nicht der Wille der Alles anordnendenWeltregierung ist. Dennoch widerstrebt er; dennoch trachtetund ringet er, als könnte ein schwacher Arm den Ewigen be-zwingen, und den gewaltsamen, Alles zermalmenden Lauf desSchicksals hemmen. Er bereitet nur sein eigenes und derScinigen Unglück. Es trifft ihn furchtbar. Da hört er diewarnende Stimme: Warum verfolgest du mich? Er stehtbetroffen still auf der unglückvollen Bahn. Aber ihn warnt ver-gebens der Ernst des Verhängnisses; ihn warnt vergebens stinGewissen. Er ist zu stolz, um seinen Sinn zu ändern und wiederumzukehren. Die Heftigkeit und Stärke seiner Leidenschaftenreißt ihn vorwärts zum Untergange. Er sicht den Abgrund.Aber er täuscht sich noch immer selbst. Sein Eigensinn will dasUnmögliche erzwingen. Dann kommt der Grenzstein seinesfruchtlosen Laufes. Gott hat ihn gerichtet. Er geht in der Fülleseines Verderbens unter.

Es vernimmt Jedermann früher oder später in seinem Lebendie Stimme Gottes an sein Herz; bald sanft und freundlich,bald furchtbar ernst.

Sie ertönt uns aus dem Innern der Schöpfungen Gottes,wenn sie uns in sommerlicher Pracht umringen. Wenn wir miteinem Herzen voller Sorgen und niedriger Leidenschaften, mitdem Bewußtsein unserer Fehler und Laster hinaustreten in diefreie, reine Natur, wo Allesvom Thautropfen, der am Gras-halm zittert, bis zum Sternenhimmel, vom Wurm im Staubebis zum Adler hoch in den Lüften die Güte, die Liebe, dieHeiligkeit des Schöpfers predigt; wenn da unser Blick die Herr-lichkeit der Gottheit in allen ihren Werken voll Entzücken über-schaut; wenn da eine stille Rührung unser Gemüth bewegt, unddaS innerste Gefühl uns sagt: o wie gut ist Gott, wie böse und