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gegenwärtige-, unsere Gedanken durchschauendes, unsichtbaresWesen, dem kindlichen Gemüthe Ehrfurcht erregend erscheinen.Freudig sollen diese Vorstellungen sein, nie schreckhaft. DieKinder sollen Gott lieben, wie er sie liebt; aus ihrer Zärtlich-keit und Dankbarkeit gegen euch muß sich ihre Zärtlichkeit undDankbarkeit gegen den himmlischen Vater entwickeln. Liebe istdas höchste und letzte Gebot Jesu; Liebe soll auch die ersteWurzel in der Brust des Unmündigen sein.
Aber es ist genug, Kindern vom Zorn Gottes zu reden,ihnen die Schrecken der Hölle oder die ewige Pein der Verdamm-ten, oder die Macht des Teufels zu schildern, um ihnen dieReligion Jesu in eine Ruthe zu verwandeln, oderihnen bald den Teufel wichtiger als Gott selbstzu machen. Sie werden kaum mit Wohlgefallen an dasReligiöse denken, und in spätem Jahren gehört dann nur wenigdazu, die Irrigkeit eines dieser unchristlichen Begriffe einzusehen.Sie werden voller Abscheu gegen die Schreckbilder, mit denenihr weiland ihre jugendliche Einbildungskraft erhitztet, wegeneiniger Jrrthümer, die sie erkannten, auch Zweifel in allesUebrige setzen, was ihr lehret, euch für Heuchler oder Betrogenehalten, und von Christo abfallen, dem ihr sie in der Taufegeweiht hattet.
Ihr befördert diese Abtrünnigkeit, wenn ihr durch euereigenes Benehmen in jungen Leuten die Vermuthung erreget,die Religion sei nicht Herzenssache, sondern her-kömmliche Gewohnheit; Frömmigkeit bestehe nicht inWerken der Menschlichkeit, sondern in bloßen äußerlichen, vonder Kirche vorgeschriebenen Hebungen und Formeln. Ihr thutcs aber, wenn ihr in ihrer Gegenwart mit offenbarer Andacht-losigkeit Gebete herplaudern lasset, bei denen sich Keiner etwasdenkt, als daß sie gebetet sein müssen; wenn ihr die Kinderbeten lehret aus dem Gedächtniß, statt aus ihrem eigenenHerzen; wenn ihr in die Predigt, oder zum Abendmahl desHerrn, oder in die Messe, oder zu andern frommen Verrichtun-gen gehet, aber dann ohne Bedenken im Hause zanket, fluchet,schwöret, Nachbarn Böses nachredet, euch auf die liebloseste Art