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2 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
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Aus tausend verborgenen Höhlen strömet das Böse in die Welt;nur aus einem einzigen Orte quellet das Gute hervor: aus einemchristlich - edeln Herzen!

Vornehmlich aber entspringt die Lauigkeit vieler Christen inchrcr Religion aus der Art ihrer ersten Erziehung. Denndiese ist es ja besonders, welche gleichsam unserm ganzen Lebens-lauf die unabänderliche Richtung gibt.Wo aber tragen Dornendie edle Frucht des Weinstocks? Wie mögen fromme Kindergedeihen unter zuchtlosen Aeltern, und im Christenthum eifrigeJünglinge und Töchter werden, wo die Aeltern ihnen statt derReligiosität des Herzens nur ein gottesdienstliches Gewohnheitsrwerk, statt Liebe, Schonung, Edelmuth und Güte gegen Mit-menschen nur Tadelsucht, Haß, kleine Rache, höchstens Klugheit,Höflichkeit, Anständigkeit zeigen?

Cs wissen unsere Söhne und Töchter den Willen Gottes undJesu Lehre; aber sie wollen nicht mehr thun, als ihre Aeltern!Das Beispiel derselben scheint sie zur Leichtfertigkeit, zur Lauigkeitin Religionssachen aufzumuntern, und kein Wunder dann, wennsie noch schlechtere Christen werden, als die Aeltern.

Eine andere Quelle der Lauigkeit im Christenthum ist einegewisse Schüchternheit, eine falsche Schamhaftig-keit, sich in Religionssachen zu äußern, oder religiöszu scheinen. Wo man mit seinem Glaubensbekenntniß Ehreärntcn sollte, fürchtet man Spott zu ärnten; wo man mit einemheiligen Sinn Ehrfurcht erwecken könnte, zittert man, gemißdeutetzu werden. Man will nicht mehr anders sein, als der großeHaufe, und wird so wankelmüthig, so ungerecht, so lau, als er.So gewöhnt sich der Mensch zuletzt, mehr die Klugheit zu lieben,als die Tugend; er schätzt die feine Lebensart höher, als daschristliche, reine Herz; er bearbeitet mehr sein Aeußeres, als seinGemach. Wie? warum mag denn nicht auch Klugheit bestehenneben reiner Tugend? Warum nicht anständige Lebensart miteinen: frommen, zu Gott gewandten Sinn? Ein eifrigerNachahmer Jesu zu sein, dazu bedarf es ja nicht immer heiligerWorte und Namen, sondern nur heiliger Thaten. Noch istdie Welt nicht so zu einer Hölle hinabgesunken, daß edle Hand-