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2 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
Entstehung
Seite
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Seele, mit allen Krräften Verehrer nicht nur, sondern auchNachfolgerJesu! Können wir eS läugnen, wenn wiruns selbst beobachten wie lau sind wir nicht selbst in unsererReligion, wie lau i,n Gebet, wie lau im Gottesdienst, wie lauin unfern guten Entschlüssen, wie lau in unfern Pflichten undgemeinnützigen oder andern tugendhaften Handlungen! Ichweiß deine Werke, und daß du weder kalt noch warm bist.

Diese Lauigkeit der Menschen in ihrer Religion, dieserFehler, der jetzt so allgemein geworden ist, die furchtbare, un-merkliche Vorbereitung zum Sturz aller ächten Religion, ist nichteigentlich Gleichgültigkeit gegen das göttliche Wort undgegen die Lehre Jesu. Nein, es gibt tausend Christen, welcheden Vorwurf der Gleichgültigkeit in Religionssachen nicht aufsich kommen lassen möchten; die ihr Ehr- und Pflichtgefühlbeleidigt glaubten, wenn sie für gleichgültig gegen Gott undEwigkeit gehalten würden, und die dennoch, wenn sie nun aufihre Werke sehen, eingestehen, sie sind lau und im Guten wederkalt noch warm.

Lauigkeit in der Religion ist nicht etwa Nachlässigkeit in derBeobachtung äußerer Gottesverehrung. O nein! Seht doch,wenn die Glocken herab von den Tempeln der Städte undDörfer ertönen, wie die christlichen Gemeinden zusammcnziehen;wie sie sich in die Kirchen drängen, mit wie vielem Anstand sieim Gotteshause beten! Und doch, wenn ihr diese frommenBeter, diese eifrigen Besucher des Gottesdienstes dann in ihrenWohnhäusern, in ihren Familien, in ihrem Geschäft, in ihrenVergnügungsarten sehet: wie viel Lauigkeit im Leben nach JesuSinn! Wie viel Unwürdiges! Wie so ganz verschieden steht derMensch da in seiner Wohnung, oder unter Seinesgleichen, vondem Menschen, der im Tempel betete!

Auch nicht Heuchelei ist die Lauigkeit. Denn ihrer Viele habenein redliches Gemüth, und sind dennoch im Christenthum ohneWärme, ohne Eifer. Sie geben Almosen reichlich und aus wirk-lichem Mitleid; sie dienen ihrem Nächsten, wo man sie auffordcrt;sie erfüllen regelmäßig ihre bürgerlichen Pflichten; man kannihnen nichts Böses nachsagen; aber eifrig im Cbristenthum