Druckschrift 
2 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
Entstehung
Seite
188
Einzelbild herunterladen
 

188

21.

In einer Tugend alle Tugend.

2 . Petr. 1/ s. 9.

Er strahlt tn der UnendlichkeitD-w Wesen

Nur eines Gottes Herrlichkeit.

Und alle Pracht der Sterncnfluren

Und alle Wunder der Naturen

Sind Strahlen nur aus Deiner Herrlichkeit,

Es waltet in der EwigkeitDer Wesen

Nur eines Gottes Heiligkeit.

Die Tugend/ die uns hier entzücket/

Und die den Seraph droben schmücket/

Sind Strahlen nur aus Deiner Herrlichkeit.

MN

ft

M

Atz,

ZOenige Personen haben wohl auf die Verbesserung ihres Gemüthsauch nur die Hälfte der Zeit, der Mühe und des NachdenkensVerwendet, die sie am Putztisch zur Verschönerung ihres Körpers,oder im Arbeitszimmer zur Verbesserung ihrer Glücksumstände,oder zur Erlernung nützlicher Fertigkeiten und Kenntnisse, oderauch nur zum Genuß fröhlicher Zerstreuungen, verschwenden.Selbst Diejenigen, welche keineswegs gegen ihre innere sittlicheVervollkommnung und Geistesheiligung ganz gleichgültig sind,pflegen sich meistens nur zu begnügen, ihre häuslichen undbürgerlichen Pflichten gewissenhaft zu vollftrecken, dienstfertiggegen Freunde, wohlthätig gegen Arme, gefällig gegen Fremdezu sein, regelmäßig die Kirche zu besuchen, ihre Gebete zuverrichten, und dann im Gewirre des Alltags - und Geschäfts-lebens das klebrige dem Zufall oder ihrer jedesmaligen Laune zuüberlassen.

Es kann deswegen auch nicht fehlen, daß die Menschen weitschnellere Fortschritte in der Geschicklichkeit des Broderwerbs,in den Künsten der Anmuth, der Höflichkeit machen, als ineiner gottgefälligen Selbstheiligung des Gemüths. Sie glaubenfür diese genug gethan zu haben, wenn sie von sich sagen zu dürfenmeinen: Ich bin wenigstens keiner derSchlechtesten!

A,

Wi

Atz,