wirren die zarten Begriffe des Kindes, und lassen ihre schädlichenSpuren, allem nachherigen bessern Unterricht zum Trotz, bis indas späteste Alter fortdauern.
Befördere Aufklärung und Selbstdenken, und zwar am an-gelegentlichsten bei solchen Menschen, die wegen ihres Standesund geringen Vermögens am wenigsten Gelegenheit und Mittelgenug besitzen, sich hellere Einsichten zu verschaffen. Gelehrsam-keit kann freilich nur das Eigenthum Weniger sein; aber ein vonVorurtheilen freier, richtig urtheilender Verstand kann und solldas Eigenthum aller deiner Mitmenschen sein.
Glaube nicht, du habest als Christ genug gethan, wenn dueinem Armen das dürftige Almosen zuwirfst, für welches er sichkaum ein Nachtlager zu erkaufen im Stande ist. Glaube nicht,du habest viel gethan, wenn du einen Hungrigen gesättigt, einenNackten mit deinen überflüssigen alten Gewändern gekleidet hast.O, wie wenig ist das! Du hast nur seinem Körper wohl,gethan — diese Wohlthat erstreckt sich auf eine Glückseligkeiteiniger Wochen oder Jahre. Warum stehst du an, Geisternwohlzuthun, die mit dem deinigen zu gleicher Unsterblichkeitberufen und auserwählt sind? Warum stehst du an, als ChristWohlthaten zu erweisen, deren Folgen unsterblich sind, wie derGeist, welcher sie empfing?
Befördere durch dein Vermögen, durch deinen Rath undBeistand alle guten Schulanstalten, welche in deiner Gemeindeoder in deinem Vaterlande vorhanden sind, und denen du nütz,kich werden kannst — dies heißt das Reich Gottes befördern! —Wo sie fehlen, hilf sie Herstellen; wo sie mangelhaft sind, hilfsie verbessern;,wo sie vortrefflich sind, hilf sie mit Zöglingenbereichern, damit viele an dem Segen Theil nehmen, der dorthervorgeht. Frage nicht: wer steht diesen Anstalten vor, undgehört er zu meinen persönlichen Freunden? Frage nicht: ge,hören sie meinem Geburtsort oder Wohnort an? wenn du ihnennützlich werden kannst. O wer, wo er seine Pflichten übenkann, solche Unterschiede zu machen nicht erröthet, nenne sichnicht Christ, nicht Gottes Kind, nicht Jünger Jesu. Er ist esnicht! Er ist nur der verachtungswürdige Knecht seiner Leiden,