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2 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
Entstehung
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125
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Gewalt des Aberglaubens.

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Wik/ Sterbliche, vom AberglaubenLaßt ihr euch stet- den Vorzug rauben,

Der euch allein zu Menschen macht?

Wollt ihr allein euch nie entfernen,

Nie euern Adel kennen lernen,

Stets Sklaven, stets umhüllt mit Nacht?

Soll er stets unbekiimpft regieren?

Sters errer Seelen Werth entweih'» ?

Den wollt ihr lieber ganz verlieren,

Als euch des Lichts der Wahrheit freu'»?

Den Thoren gleich, gibt dieser GötzeDer Welt die tHörichtsten Gesetze,

Die ihres Gottes Recht vergißt.

Will denn, bedeckt mit Finsternissen,

Der Mensch nie lernen, nimmer wissen,

Daß er das Bild der Gottheit ist?

Wohl uns, wenn uns kein Rath verführe».

Denn Wahn und Laster stnd verwandt.

Wo Deine Weisheit, Gott, regieret.

Da irrt, da strauchelt der Verstand.

^Hch höre oft von der Schädlichkeit des Aberglaubens sprechen,zuweilen lese ich wohl auch davon. Ich weiß, daß der göttlicheWclterleuchter J»esus erschien, die Macht des Jrrthums zu zerrstreuen; daß er sie Thorheiten des Heidenchums, die Wunder-sucht des Judenthums vernichtete. Und doch wird noch in denheutigen Tagen so viel über den herrschenden Aberglauben inhöher« und niedren Ständen gesprochen? Worin besteht der-selbe? Worin fein verderblicher Einfluß? Bin ich vielleicht selbst,ohne es zu vermuthen, von ihm befleckt?

Und was ist Aberglaube? Es ist eine Verkehrtheitder menschlichen Urtheilskraft, indem er gewissen Dingen ent-weder eine übernatürliche Ursache zuschreidt, oder von ihnenübernatürliche Wirkungen vermuthet, während diese Dingestch bei genauerer Untersuchung nichts weniger denn als solchezeigen.