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2 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
Entstehung
Seite
123
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und Reinheit da. Noch haben wir das Wort, welches Jesus selbstgesprochen; noch das Wort, welches seine unmittelbaren Schülerselbst geschrieben.

Was in den Meinungen der verschiedenen KirchenparteieOund christlichen Glaubensgenossen Verschiedenes ist, dasmag größtenkheils menschliche Meinung sein. Und in sofern wird es mit den forteilenden, Alles verändernden Zeitenebenfalls ändern; keine irdische Macht kann dies verhindern.Nur Jesu eigene Lehre bleibt unveränderlich-Gottes Wort ewiglich. Der reine Christenglaube steht da, einfester Fels Gottes für die Ewigkeit und die Menschheitist in ihm festgeschlossen. Ja, so gewiß, als die Vernunft deKMenschen in allen Zeiten und Weltgezenden die gleiche ist, ssgewiß wird bei fortschreitender Bildung der Nationen derChristenglaube die Religion aller Erdenbürger werden. Nachkaum zwei Jahrtausenden ist er der Glaube der gebildetstenVölker aller Welttheile geworden es muß die Zeit kommen-,da Alles ein Hirt und eine Heerde sein wird.

O mein Glaube, o du göttliches Erbe, das mir meinErlöser, mein Seligmacher hinterließ, sei mir ewig theuer undköstlicher denn jedes Erbe und Gut der Welt. Durch dich sindalle Finsternisse erhellt, die sich sonst über der Menschheit heiligsteAngelegenheiten zu lagern pflegen; durch dich werde ich vergöttlichtund erhabener als Erdenstaub und Schicksal; durch dich werdeich ein Ebenbild Gottes, dem Allervollkommensten ähnlich;durch dich finde ich allein Trost und Muth im Sturm derLeiden; durch dich allein Frieden und wahres Glück in mir»Du hast mich mit dem Tode versöhnt; du machst mir dasJenseits des Grabes reizender.

Ich halte fest an diesem Glauben, mag auch der Sklavder Sinnlichkeit spotten! Sein Spott ist eine traurigeDarstellung seiner tiefen Versunkenheit. Ich halte fest a»diesem Glauben, mag schon der Stolz der Zweifler ihrrbekämpfen. Ach, der Unglückliche! in sich selbst entzweit, und,ohne richtige Würdigung des Gebrauchs seiner Gcmüthskräfie§möchte er Trost für sich darin finden, daß er ihn Andern raubt-.