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12.
Unglaube.
Jak. t, ».
Lernt immer Heller/ was beglückt/
W11S Menschen adelt/ hebt und schu-.ückl/
Was jedes Volk und jeden StaatErhoben und erniedrigt hat.
Lernt/ was uns schändet/ uns entehrt!
Durchschaut der Tugend ganzen Werth,
Und was für jene künst'gc ZeitUns Freude gibt/ die nie gereut.
Macht für die Laster keinen BundMit Wahn und Jrrthum! — Euern MundEntweihe kein vermcss'ncr SpottDer Wahrheit/ denn sie stammt von Gott.
!^eberall im Menschenleben, wie in der Natur, ist nur die Mittel-maße die Straße des Heils; überall berühren sich die Außencnden,ww in einem Ringe. Die strengste Kälte, wie die äußerste Hitze,tA>tm das Leben der Pflanzen, Thierc und Menschen. Der größteRer'chthum, wie die größte Armuth, vernichten das Glück desSterblichen, und machen ihm das Leben gleichgültig, weil es ohneWünsche und Hoffnungen des Bessern ist. Auf den höchsten Gipfelnder Gebirge, wie in den Tiefen unterirdischer Höhlen, ist cs gleichUnmöglich zu leben, weil die Luft ungesund ist. Der große Ver-schwender, wie der größte Geizhals, sind gleich arm; Beide wissenNicht zu genießen. Allzustrenge Enthaltsamkeit, wie übermäßigeSchwelgerei, entnerven den Menschen gleich sehr. Ein rohes,unwissendes Volk ist durch seinc,Wiidheit und Barbarei eben sogräßlich, als ein überbildetes, allzuverfeinertes, üppiges VolkLurch seine Selbstsucht und Verachtung alles Rechts und allerLugend. Beiden fehlt Religiosität gleich sehr.
Wahr ist's, die Wirkungen des rohen Aberglaubens sindschrecklich, aber die Wirkungen des entgegengesetzten Unglau-bens sind gleich fürchterlich. Der Aberglaube verwirrt denrmenschlichen Verstand; er zerstört Lebensruhe und Gesundheit;er läßt den Menschen handeln gleich einem Wahnwitzigen. ErLrmgt Mißklang in die Gesetze der Natur und Vernunft, er stellt