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2 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
Entstehung
Seite
96
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machen! Gegenseitig flehen ihn, sogar auf Befehl der Obrig-keiten , Nationen an, zu ihrem gegenseitigen Verderben!

Ist dies das würdige, das richtige Verhältnis«, in welchemder Mensch zu Gott stehen kann und muß? Wie armseligsind eure Erfahrungen, wie bejammernswürdig ist die Dürftig-keit eurer Begriffe! Wenn die wilden Thiere in der Wüste eineAhnung vom Dasein der Gottheit haben könnten: ste würden sosich Gott denken, ste würden so auch zu Gott beten, wie ihr,o verderbensbegicrige Menschen! Stärke, Beute, Raub, Unter-jochung, Sieg, das wären ihre Gebete!

Eben so verschieden werden die Vorstellungen der Sterb-lichen vom höchsten Wesen, je nach der Verschiedenheit desTemperaments jedes Einzelnen.

Der von Natur zu sanften, fröhlichen, mitleidigen Empfin-dungen gestimmte Mensch denkt sich Gott nur immerdar als denAllbarmherzigen, Liebreichen, Langmüthigen, der mit unerbitt-licher Strenge weder strafen könne noch wolle. Hingegen einfinsteres, heftiges und zum Zorn geneigtes Gemüth betrachtetden Allerhöchsten nur als einen starken und eifrigen Gott, jeder-zeit zum furchtbaren Gericht bereit, drohend, zürnend, dieSünden der Väter ,'.rasend bis ins dritte und vierte Glied.Der zur Schwermuth Geneigte erkennt in dem Schöpfer derSeelen ihren ernsten Erzieher, der sie durch Leiden aller Artprüfet, che er ste in seine Seligkeit cintreten lassen will; derste ohne Hoffnung eigenen Verdienstes und eigener Würdigkeitläßt, und ihnen kein Heil, als durch das Blut des Lammes,widerfahren läßt, welches für die Sünden der Welt dahin-geschlachtet wurde. Der Stolze und Hoffärtige denkt sich Gortals den Erhabensten, als den König der Welten, zu welchemman sich nicht nahen könne, als durch die Fürsprache Jesu oderder von den Sterblichen für heilig geachteten Personen; denktsich ihn so sehr über Alles erhaben, daß er sich um die Schicksaleeinzelner Menschen, um ihre Hoffnungen, Leiden und Gebetenicht bekümmern möge.

So abweichend sind die Vorstellungen, welche die Sterb-lichen von der Gottheit haben. Daher dünkt sich Dieser in dem