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2 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
Entstehung
Seite
92
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einer Kleinigkeit willen, vielleicht nur für ein elendes StückGeld, ein anderer Sterblicher nachschwört, den Allwissenden,den Richter der Tobten und Lebendigen, trotzig zur Bestrafungdes Meineids auffordert: wahrlich, man sollte glauben, eingroßer Theil der Menschen sei nur deswegen in die christlicheReligion eingeweiht, um Gottesläugner zu werden! So groß istunter den Christen unserer Zeit der Mangel an Ehrerbietung vordem Regierer des Weltalls! Es möchte manchen unserer Leutevon Ton recht beleidigend klingen, wenn man sie gottesfürchtigheißen wollte. Und doch, kann man einem Kinde des Staubesein erhabeneres Lob geben, als daß es in der Erkenntniß deshöchsten Wesens demselben gleichsam näher getreten, von Ehr-furcht und Liebe für dasselbe durchdrungen und in Liebe desGöttlichen selber vergöttlicht worden sei?

Des Alterthums heidnische Völker hatten vor ihren Götterngrößere Ehrerbietung, als viele Christen vor dem ewigen, leben-digen Gott. Und eine Hauptursache, warum die ersten Christenvon den Heiden so grausam verfolgt wurden, war, daß diesesich empört fühlten, wenn die Christen keine Ehrfurcht mehrden Göttern bewiesen. Alle Welt fürchte den Herrn, undvor ihm scheue sich Alles, was auf dem Erdboden wohnet!sPsalm 33, 8.)

Die Furcht des Herrn ist der Weisheit Anfang. Gottes-furcht ist der reinste Quell wahrer Tugenden. Wer von Ehr-erbietung und Liebe für den Allerheiligsten durchdrungen ist, werdem Allgegenwärtigen sich überall und allezeit nahe fühlt: kannder in eine Sünde willigen? Gottesfurcht wird in den Augen-blicken auch unwiderstehlich scheinender Versuchungen der besteSchirm unserer Unschuld, und hilft uns siegen. Sv siegtedurch sie Josephs Tugend. Wie sollte ich, sprach er, ein sogroßes Uebel thun, und wider Gott, meinen Herrn, sündigen?(1. Mos. 39, 9.) Wenn Ehrgeiz oder Wollust, Gewinn oderRoth zu einem Schritt verleiten wollen, von welchem deinGewissen zeugt, er ist unrecht, wenn dein Geist im Kampfcrschwacht, und deine schimpflichen Begierden nahe daran zu siegensind, dann kann dich vielleicht noch der Gedanke retten: Wenn