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Genugthuung, oder auf die Fürbitte der Heiligen hin, einenLebenswandel voller Sünden führt: der macht Jefum zumSckild aller Laster und Ausschweifungen, und die Heiligen zuSchutzengeln aller Bosheit! — Wie, könnte Satan selbst, wenner auf Erden zu wandeln hätte, die Religion des Herrn abscheu-licher mißbrauchen? — Wie, könnten heiligere Wesen, die nurLurch ihre erhabenen Tugenden verklärt wurden, die Fürsprecherder Wollust und der Mordthaten, des Betrugs und der Bosheit-,der Diebstähle und Verleumdung werden ? — Wie, erschien JesusChristus deshalb auf Erden, um sich von uns Sündern überlistenzu lassen, indem wir auf sein Verdienst, auf seine Gcnugthuunghin jede schlechte Handlung uns erlauben — genug, daß wir dochZuletzt straflos davon kommen, weil er für uns gelitten hat?
Irret euch nicht, Gott läßt sich nicht spotten!
Christus verhieß denen das ewige Leben, die an ihn glauben.Aber an ihn glauben heißt so unschuldig und liebevoll leben, wieer. „Wer an mich glaubet, der wird die Werke auch thun, dieich thue." (Joh. 14, 12.) „Liebet ihr mich, so halt.t meineGebote." (Joh. 14, 15.)
Aber er gebot nicht, daß Jeder leben könne, wie er wolle;Daß Jeder sich den Eingebungen seines Zornes, seiner Unkeusch»heit, seines Leichtsinnes, seiner Ehrsucht, seiner Hartherzigkeitüberlassen könne, in der Hoffnung, einst von allen Sünden frei-gesprochen zu werden, um des Verdienstes und blutigen TodesJesu willen. Er ermahnte vielmehr zur höchsten und innigstenMenschenliebe, zur Versöhnlichkeit, zur Wahrhaftigkeit, Treue,Keuschheit und Unterdrückung aller uns anklebenden ungerechtenNeigungen. „Ein jeglicher Baum, der nicht gute Früchte brin-get, wird abgehauen und ins Feuer geworfen. Darum an ihrenFrüchten sollet ihr sie erkennen. (Matth. 7, 19. 20.)
Eben dieses falsche Christenthum ist unter den Christenheutiges Tages die Quelle so großer Sittenlosigkeit geworden,während das wahre Christenthum die Quelle aller Tugenden undVollkommenheiten sein sollte. Es ist noch Zeit genug für mich,spricht Dieser, um fromm zu werden. Warum sollte i ch auf-hören, zu thun, was mir Freude macht? Ist Christus nicht '