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2 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
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Immer war jenes im heißen Gefühl der Liebe gegebeneVersprechen des Jüngers edel gewesen. Rasche Entschließungenzum Guten, mögen sie auch selten dauerhaft sein, zeugen dochvon einem kräftigen, für alles Heilige und Schöne begeistertenGemüth. Diese lebendige Empfindsamkeit ist Anlage zu denliebenswürdigsten und erhabensten Tugenden.

Wohl wenige von denen, welche sich auch heutiges TageSnoch Jünger und Jünoerinnen Jesu nennen, gleichen hierin demedelmüthigen, feurigen Petrus. Er verläugnete zwar im erstenSchrecken den geliebten Meister; doch wissen wir aus der heiligenSchrift von den Thränen seiner Reue, von seinem unerschütter-lichen Muth, mit welchem er nachmals unter Juden und Heiden,allen Verfolgungen, Beschimpfungen und Kerkern zum Trotz,seinen Heiland bekannte; wir wissen aus ehrwürdigen und glaub-haften Ueberlieferungen, daß er sein Gelübde gehalten, und zuRom sechsundsechszig Jahre nach der Geburt Christi im Bekennt-niß seines göttlichen Meisters, nach einem leidenvollen und tugend-haften Leben, den schmerzlichsten Tod erlitten. Wie viele derChristen unserer Zeit mögen ihm gleichen? Die meisten tadelnvielleicht die Raschheit seiner voreiligen Zusage, die er auf demWege nach Gethsemane that. Aber sie sind es auch, die ihrChristenthum mit größerer Bequemlichkeit üben wollen. Siehüten sich wohl, das schwerste Gelübde zu thun, weil ihnen nichtdaran liegt, es zu vollbringen. Wohl hört man davon, wie EinigeGelübde thun, wenn Gott sie aus Gefahren retten würde, eineWallfahrt zu verrichten, oder reiche Almosen zu geben, oder inKirchen oder Armenhäuser ansehnliche Schenkungen zu machen,und erfüllen auch solche Versprechungen redlich. Allein dieseUnwissenden täuschen sich selbst, wenn sie glauben, damit etwasVerdienstliches gethan zu haben. Welche unwürdigen Begriffehaben sie vom höchsten Wesen, wenn sie sich cinbilden, die Gnadeund das Erbarmen desselben mit einer Reift oder mit Gaben anKirchen und Armcnanstalten erkaufen zu können!

Noch andere sind weit unbekümmerter als diese. Sie wissen,daß der Gottheit weder mit Wallfahrten noch Opfern gedientwird, sondern daß sie im tugendhaften Wandel, in mrnschenr