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Die Gefahren frommer übereilterEntschließungen.
Matthäus 26 , 33—zz.
Mein Herr kann bald »erjagen,
Bald wieder trotzig sein,
Bald höchste Tugend wagen,
Bald selbst das Leichte scheu » rKann leicht sich hintergehen.
Mag seiner Lüste SpielDurch stch getäuscht nicht sehen,
Und traut stch oft zu viel.
O Vater, gib mir SchwachenAuch hier Entschlossenheit,
Zu beten und zu wachen,
Daß mich kein Streit gereut;
Daß ich mich nicht vermesse,
Zu heißen engelrein,
Und dann sogar vergesse.
Nur was ich kann zu sein.
^ie bangsten aller Lebensstunden waren dem Messias nahe.Noch einmal versammelte er seine Geliebten um stch in der Nacht,da seine Liebe mit dem schauderhaftesten Verrath vergolten werdensollte. Der Verräther war mitten unter denen, welche an seinemTische saßen, an seiner Seite das Nachtmahl zu genießen. ErFarmte ihn, er bezeichnet ihn, doch ohne daß die übrigen Jüngerdie Sache ganz begriffen. Der Messias schien nur den Bösewichtleise warnen, sein Gewissen wecken zu wollen. Aber Judas warschon zu tief gesunken, und vom Netze seiner Leidenschaften um-garnt. Und Jesus schwieg; er fürchtete nicht die Schmerzen,nicht die Todesqualen, welche ihn erwarteten. Er kannte dieunausweichliche Nothwendigkeit, voll göttlichen Heldenmuths inDen Tod der Selbstopferung zu gehen, um sein Erlösungswerkzu vollenden.
Das Nachtmahl ward genossen. Der dankbare Lobgesanzertönte nun von den Lippen der Frommen zum Himmel. Danntrat der Messias entschlossen hinaus in die Nacht, und begab sichsn die Einsamkeit des vor Jerusalem gelegenen Oelberges. SeineGetreuen begleiteten ihn, ohne zu ahnen, was nach wenigen