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2 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
Entstehung
Seite
10
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Lebensfreude sich von dir hinwegflüchtet, und nur der Schmerzallein dein Gefährte bleiben kann dann wirst du Gott sehen!Du wirst ihn unter deinen Thränen anlächeln. In der Mitter-nacht deiner Schwermuth wird dich, wie Sonnenlicht, der Ge-danke mit anleuchten:Aber der Ewigtreue ist dir treu! Er willdich nicht verlassen!" Und es wird hell um dich bleiben.

Gott schauen! Du wirst ihn schauen! Vereinigt mitihm durch Jesum, wird deine Seele dem Allgegenwärtigenimmerdar begegnen. Er wird sich deinem Gemüthe offenbaren,wenn du im Gebet voller Inbrunst vor ihm niedersinkst, oder duhingehest, einen unglückseligen Bruder zu erretten. So hat Jesusihn geschaut, als er in Gethsemane weinte, als er am Kreuzenoch sterbend für das Heil der Welt betete, und als er, ein Siegerüber Tod und Grab, wieder der erstaunten Welt erschien.

Frommer, vollendeter Christ, du wirft Gott schauen, wenndein gebrochenes Auge im Tode die Welt nicht mehr erkennenmag; dir wird sich ein Himmel eröffnen, wenn die dunkle Erdeunter dir wie ein Traum verfließt. Das Göttliche wird in direrst ganz entbunden sein, wenn das Menschliche an dir zumtodten Staub zusammenfällt.

Dann, o dann, mein unsterblicher Geist, wenn nun deineschönere Geburtsstunde geschlagen hat, die auf Erden Tod undim Himmel Erwachen heißt, dann wirst du Gott schauen!

Ich werde Dich sehen in Deiner unaussprechlichen Majestätund Größe und Liebe, o mir jetzt noch unsichtbarer Vater, unddann erst wird meine erfüllte Sehnsucht im Entzücken verlöschen.Ich werde Dich schauen, ach, gewürdigt sein, Dich Heller zu er-blicken, wenn ich, des Irdischen entlöset, ein reiner Geist, michmit der geistigen Welt vermische, und in die wahre Heimsth zurück-kehre, der ich entstamme. Denn von Dir, Allmächtiger, Allgütiger,stamme ich; aus dem Schoost der Ewigkeit riefst Du den beleben-den Funken, Geist genannt, der zur Ewigkeit zurückfliegt.

Ich werde D i ch schauen! O welche Seligkeit liegt schonin der Hoffnung dieses Entzückens! Dann schwebe ich um das Zielmeiner höchsten Vollendung; die Geheimnisse des Weltalls ent-schleiern sich vor meinen Blicken, und Seligkeiten durchschauern