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2 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
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Aber wenn nun deine Wünsche erfüllt würden, wärst du dannglücklich? Glaubst du, wenn du nun alle Mittel zumWohlsein errungen hast, als da sind Reichthum, Kenntniß, Ge-schicklichkeit, Ehre, Ansehen, hohe Stellen, Gewalt: meinst du,dann stehest du am Ziele deiner Wünsche? dann habest du mitden Mitteln zum Glück auch das Glück selbst erhascht?

Ach nein, betrüge dich nicht selbst! Erinnere dich, wie un-glücklich L-u oft gewesen bist, wenn du auch keine Nahrungssorgenhattest; und wie glücklich du oft warst, selbst wenn dir Manchesfehlte, das du doch jetzt besitzest. Besinne dich, daß die Erfüllungeines Wunsches wohl freut, aber nie für lange Zeit, und daßjedesmal, wenn eine Sehnsucht gestillt ist, eine Andere dafürerwacht; besinne dich, daß deine innerliche Zufriedenheit, daß derschöne Zustand, in welchem du dir selbst sagtest: jetzt bin ich wahr-haft glücklich! oft ganz unabhängig von äußern Umständen war.

Und wie, wenn du nun in diesem Jahre dein Ziel erreichtest,wonach du strebst, wenn nun auch der geheimste Wunsch deinerBrust erfüllt würde, den Niemand vielleicht außer dir kennt, als

Gott-und dann überraschte dich der Tod am Ziele! was

wäre dein Glück gewesen, dem du Jahre lang mir rastloser Sehn-sucht nachstrebtest? Ein Traum, ein Schatten!

Darum denke, als Weiser, an das Ende dessen, was du be-ginnst! Sei noch nicht zufrieden, beim Anfang eines neuenJahres für dein äußerliches, bürgerliches Leben neue Wünsche,neue Vorsätze genommen zu haben denke auch an deininneres Leben, an dein achtes, dauerhaftes Glück, welchesnur aus der Vortrefflichkeit deines Gemüths entspringt. Auch derChrist soll das neue Jahr mit Vorsätzen anfangen; denn keinGold, kein Purpur, kein Reichthum, keine Hoheit gewährt aufErden ein so reines Glück, als die Religion dir gewährt!-Siehe, der Reiche weint in seinem Palast, und der Gewaltigeverzweifelt auf seinem Thron; der Kummer verzehrt das Gemüthdes Hochgepriesenen, und die Sorge bereitet dem Fürsten einNachtlager von Dornen. Sie alle besitzen doch mehr, als du dirnur selbst wünschest von irdischer Herrlichkeit, und haben dochweniger Glück und Genuß, als du bei geringer» Mitteln oder auf