Druckschrift 
1 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
Entstehung
Seite
450
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Warum klagen wir über so mancherlei, das da untergcgangenist; haben wir nicht durch unsere Sünden diesen Untergang selbstbeschleunigt? Warum verzweifeln wir an glücklichem Tagen?Kann unsere vereinte Tugend, wenn ein ganzes Volk derselbenso plötzlich fähig wäre, nicht Vieles schöner wieder Herstellen, alses war? Ist Gott nicht ein Gott des Guten? Ist seine Machtkraftloser geworden?

Darum Mulh gefaßt! Gedenket des Allmächtigen, und ver-bindet euch zu cdlern Gesinnungen mit männlicher Stärke. Darumverlasset euch, wie Jesaias, der Prophet, spricht, auf den Herrnewiglich: denn Gott der Herr ist ein Fels ewiglich. Und erbeuget die, so in der Höhe wohnen; die hohe Stadt niedrigt er,ja er stoßet sie zur Erde, daß sie mit Füßen zertreten wird, jamit den Füßen der Armen, mit den Fersen der Geringer».(Jes. 26, 4.)

Niemand verdamme mit vorklugem Tad-el die Handlungenderer, die da herrschen. Sie sorgen für ihrer Völker Glück, fürden Bestand ihrer Reiche. Niemand richte über ihre Beschlüsse,ohne die Gewalt aller Verhältnisse zu kennen, durch welche siegeboten wurden; Jeder richte vielmehr seine eigenen Handlungen.

Der du die Obrigkeiten mit Unverstand lästerst und ihreAnordnungen tadelst, als wärst du ein Geweihter ihres Rathes;der du, was sie gethan, als die Ursache des großen Verderbensschiltst, frage dich vorher selbst : und was habe ich denn gethan,um das Leiden zu vermindern, oder das Vaterland zu retten,oder die Fortdauer vormaliger Glückseligkeit zu befördern? Habeich, wie es meine Pflicht forderte, freiwillig mich und meineKinder zum Schutz des Vaterlandes dargcbotcn? Habe ich, fernvon Selbstsucht und Eitelkeit, gemeinnützige Anstalten zum Auf-blühen meines Vaterlandes oder Wohnortes unterstützt? Habeich der Erste das Beispiel freudigen Gehorsams gegen die Gesetzegegeben, lind meine Mitbürger dazu ermuntert; oder stimmteich in das falsche Murren derer, die nur verlangen, aber niegeben mögen? Habe ich immer meine Leidenschaft gezügelt, allesParteiwescn vermieden, und meinen Einfluß dahin verwandt,die Entzweiten für das Geineinwohl zu vereinigen, getrennte