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1 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
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Güte der Aeltern, un-d segnet sie. Sollten sich gute Väter undMütter durch das Vorurtheil unwissender Kinder von ihrenMaßregeln abhaltcn lassen? Mit nichten. Oder sind Vaterrrnd Mutter immer im Stande, dem schwachen Verstände einesKindes zu erklären, warum man es oft bei aller Liebe dochstreng behandeln muß, und bei seinen Thronen und Bitten umetwas Anderes ungerührt bleibt? Keineswegs. Siehe, so istcs, o Kind Gottes, zwischen dir und dem himmlischen Vater.Er sendet die Schicksale der Jahrhunderte, aber darin liegen auchdie woblberechneten Schicksale deiner eigenen Stundeneingcschlossen. Er ordnet das Wohl und Wehe der Völker an,aber darin auch Wohl und Wehe des ärmsten Säuglings. Oderglaubst du, daß ohne sein Wissen ein Sperling athme, oderohne seinen Willen ein Wurm stirbt, welchen dein Fuß unwissendzertritt? Vieles kann dir ungerecht in den Schicksalenscheinen, aber folgere nicht aus dem Schein, daß es ungerechtsei. Ehre die Weisheit und Allbarmherzigkeit Gottes, auch da,wo dein Herz blutet und dein eingeschränkter Verstand Wider-sprüche und Ungerechtigkeit zu sehen glaubt. Erinnere dich, daßauch manches Kind Widerspruch in den Handlungen seiner g-utcnAeltern und ihren Versicherungen der Liebe zu erblicken meint,und nicht begreift, wie eine zärtliche Mutter den eigensinnigenWünschen deS Kindes etwas abschlagen kann, das doch ganzunschädlich wäre.

Ehre die Schicksale, welche Gott den Völkernsendet; denn, was den Völkern auch je begegnen wird, Allesist Wirkung einer höhcrn Weisheit, einer die Ewigkeit umfassen-den Liebe. Wer solche Ansicht der Weltschicksale hat, der hatdie Ansicht des wahren Weisen, des vertrauensvollen Gottes-kindcs. Aber unfreundlich, grausam und zugleich anmaßend istes, die Leiden der Völker alle für Strafgerichte Gottes wegender herrschenden Sünden zu erklären. Nein, nicht AllcS, waLGott verfügt, auch das Schrecklichste nicht, ist immer eine Strafederer, die es trifft. Wie verborgene Ursachen kann die höchsteWeisheit haben, schwere Verhängnisse zu verfügen, Ursachen,welche der endliche Verstand nicht begreifen würde, auch wenn