424
geringste Bürger, auch die kleinste Familie kann dazu beitragen.Was jemals Gutes und Großes von bleibender Dauer in derWelt geschah, ist selten von denjenigen erfunden oder gechanworden, welche im gemeinen Leben die Großen genannt werden;sondern weit öfter durch die Kraft und Weisheit und Tugendwenig begüterter, wenig angesehener Personen. — IesuSChristus selbst wählte zu den ersten Verkündern seines, dieganze Welt verändernden, heiligen Glaubens nicht Männer,die auf Thronen saßen, oder durch Wissenschaft und Gelehrsamkeit,oder durch Familien von außerordentlichem Reichthum berühmteLeute; sondern unbekannte, niedrige, arme Leute, in welchenaber das Gift des Zeitalters noch nicht die Kraft und Reinheitdes Gemüths zerstört hatte.
Und kann also auch ich, kann jeder Einzelne zur Beförderungder Volksglückseligkeit beitragen: o wie herzerhebend muß dies fürmich und jeden Rechtschaffenen sein, dem das Gluck der Mensch-heit, dem Ruhe, Wohlstand, Kraft und Ehre feines Vaterlandes,dem Religions - und Christusstnn über Alles theuer sind!
Ja, ich kann es! GuteS zu thun ist auch der Schwächsteder Sterblichen mächtig genug. Denn wer das Gute will, mitdem und in dem ist Gott und Gottes Segen. Es geschiehtkeine edle That unter der Sonne vergebens; jede wird zurfruchtgebendcn Saat für die Welt oder für unser eigenes Herz.Darum tritt hervor mit Kraft und That, und hilf das verlorneGlück deines Volks nach allen Kräften retten, oder es dauerhaftmachen.
Wie aber kann ich das? — Es ist dir gesagt worden in GotteSheiligem Wort: Gerechtigkeit erhöhet ein Volk. — Sosei nun, was du wünschest, daß deine ganze Mitbürgerschaftsein oder werden sollte. Zudem viele Einzelne das Wahre undBessere ergreifen, ist es vom Volke ergriffen. Denn aus denEinzelnen besteht das Volk.
Die Denkart und Sinneöweise eines ganzen Volkes wirktaber gewaltvoll auf Denkart und Sinnesweise der Obrigkeitenund Herrscher zurück. Der große Strom der öffentlichen Mei-nung leitet auch sie; denn nur durch ihn sind sie stark, und ohne