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1 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
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Ueber die Achtung gegen fremde Völker.

Spr. Sal. 14/ 34.

^ie sittliche Verbesserung der Nationen muß aus ihnen selbst,gleichsam von innen, hervorgehen; sie kann nicht vonaußen hinein gebracht werden durch den Willen guter Fürstenoder durch den Zwang der Gesetze. Denn Fürsten med bürger-liche Gesetze können zwar über äußerliche Zucht anordnen, abernicht über die Geister und deren Gedanken gebieten. Haben wirnicht viele Völker gesehen, welche die besten Gesetze, die bestenObrigkeiten hatten, und dennoch in Leichtsinn, Ueppigkeit,Selbstsucht und Ungerechtigkeit versanken? Haben wir nichtnur zu oft schon schlechte, ruchlose Kinder frommer, redlicherAeltern gesehen?

Eine innere, religiöse Ueberzeugung muß die Völ-ker zu dem bringen, was Volksgerechtigkeit heißt. Alle andernMittel, Nationen zu erheben und glückselig zu machen, sindunzulänglich. Es ist allerdings möglich, daß ihr durch die Wortevon Freiheit, von Ehre eine Menschenmenge begeistert undzu großen Unternehmungen locket. Aber ohne innere Tugendkann keine Freiheit, keine Ehre bestehen oder erworben werden.Die Anstrengung der Begeisterten wird eine Zeit lang glänzendsein, aber unerwartet schnell wieder in sich vergehen. AuchJerusalem wollte einst wieder frei sein vom Joch der Römer:aber im Volke lebten nicht mehr die alten Tugenden seinerVorwelt, und Jerusalem ward zum kläglichen Schutthaufen.Es kann die Gefahr allgemeinen Untergangs endlich wohl dieZwieirächtigen vereinest: doch ohne innere Tugend führt, nachverschwundener Gefahr, die neue Zwietracht desto gewisser einemneuen Untergange zu.

Was nicht die Kraft der Gesetze, was nicht das Gebotweiser Fürsten vermag, die innere Verbesserung des Volks zubewirken, das kann mit größerm Erfolge durch Entschlußund Beispiel der Einzelnen im Volke selbst geschehen. Auch der