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1 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
Entstehung
Seite
410
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Da Sterben das Loos der Sterblichen ist: warum jammert ihr,da ihre Stunde kam? Sie würde ihnen auch auf dem weichenLager, in der Sicherheit ihrer Wohnungen, in euern Armengekommen sein. Meinet ihr, es könne ohne den Willen des Ast?mächtigen ein neues Wesen entstehen, ein Kind geboren werden?Meiner ihr, es könne ohne den Willen des Weltregierers einMensch das Leben unter dem Himmel verlieren? Trauert nichtum einen Tod, welcher beneidenswürdiger, als das Leben vielerAndern, ist. Trauert nicht um den Heldentod für das Vater-land. Ist die Vollbringung einer der schönsten und größtenPflichten Thränen werth? War nun einmal das Ziel ihresDaseins gekommen, wie konnten die Edeln edler enden, als daßihr letzter Athemzug in einer großen That erlosch?

An sich ist der Austritt aus der Welt, wie der Eintritt indieselbe, ohne einen Werth, welcher dem Menschen zugerechnetwerden könnte. Beide sind Nothwendigkeiten in der Ordnungder Dinge. Das Absterben eineö Greises, die Geburt einesKindes mögen für die Familie einige Wichtigkeit haben; aberdies Kind, wie der Greis, erscheinen und verschwinden, wiejedes lebendige Geschöpf. Daher sterben Millionen; ihr Gangaus dieser Zeitlichkeit wird von Wenigen bemerkt, weil es derGang Aller ist.

Aber der Tod hört auf, an sich gleichgültig zu sein, sobalder entweder von ungewöhnlichen Umständen begleitet, oder sobalder ein Zeuge wird von der schwachen oder großen Denkart desVerstorbenen. Die Hinrichtung eines Mörders, das Sterbeneines durch seine Wollüste verzehrten Unglücklichen, die Selbst-entleibung eines Verzweifelnden erfüllen uns mir Ekel undSchaudern. Ihr Austritt aus dem Leben ist nur die Folge devöffentlichen oder geheimen Verbrechen. Niemand will ihr Daseinpreisen; wer möchte solches Todes sterben?

Mit ganz andern Empfindungen erwärmt uns die Nachrichtvom Tode eines Mannes, der für'sein Recht, für seine Ehre,für seine Unschuld muthig das Leben dahin opferte. Mitten inunserer Wehmuch oder in unserm Mitleiden können wir nichtanders, atö rhn bewundern. Sein Austritt aus dem Erdenleben