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Macht deines Glaubens anerkennen, gehe hin, und verherrlicheihnen deine Religion durch die Göttlichkeit deines Wandels.Erscheine ihnen heiter und furchtlos in den Tagen des Leidens,voll weiser Mäßigung im Arm des Glückes, edelmüthig gegenFeinde, unerschütterlich treu gegen Freunde, hilfreich für jedenHilfsbedürftigen, ohne Eigennutz in deinen Handlungen, muthigvor den Thronen, leutselig vor dem Bedürftigen, gerecht imWandel, ohne Heuchelei im Tempel, nie für dich, immerdar fürdeine Familie, für deine Freunde, für deine Mitbürger, fürdein Vaterland, für die Menschheit lebend! — Nicht mit heiligenWorten, sondern mit heiligen Thaten lasset uns die Göttlich-keit unsers Glaubens beurkunden.
Die Religion scheide nicht die Liebe, sie scheide nicht dieHerzen der Menschen von einander, sondern verbinde sie fester!Die Religion ist nicht von Gott, welche Haß, Ver-achtung und Trennung befiehlt; die Religion stammt nicht vomHimmel ab, welche, statt Liebe zu predigen und Eintracht, dieHölle der Zwietracht und Verfolgung bringt!
In allen christlichen Staaten, wo der wahre, allbeseligendeGeist des Christenthums sich dem Geiste der Gesetzgebung ver- -mahlt hat, sind gegenwärtig auch die Ehen zwischen Personen vonungleicher Religion oder Kirche nicht mehr gehindert, sonderngesetzlich erlaubt.
So wünschenswürdig es freilich auch wäre, daß in demengen und schönen Lebenskreise des Ehestandes Gatte undGattin einen Glauben, ein Bekenntniß, einen Tempel,eine Art von Gottesvcrehrung hätten: so ist dieses doch nichtimmer der Fall, und kann es nicht immer sein. Auch hatselten oder nie die Verschiedenheit des religiösen Glaubens schäd-lichen Einfluß auf die Glückseligkeit derer gehabt, welche sich ausreiner gegenseitiger Liebe und Hochachtung in den schönen Vereinder Ehe begaben. — Die Verschiedenheit in ihrem Glauben machtesie nur noch christlicher, noch menschlicher, noch duldungsvoller,und die Herzen, die für einander in verschiedenen Tempelnbeteten, sie beteten darum nicht mit geringerer Inbrunst. —Gott befiehlt, wir sollen den Nächsten lieben, wie uns selbst;