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die Wahrheit Heller schaut, wird der Irrende seines Jrrthumsgewahr werden ; aber Gott, wird den Irrenden nicht wegenMeinungen verdammen, in welchen derselbe durch göttlichenRathschluß geboren und erzogen ward.
Habe Ehrfurcht vor den gottesdienstlichen Gebräuchen frem-der Religionsgenossen. — Entweihe nicht durch unbesonnenenTadel ihre Feierlichkeit, mit der sie sich anbetend dem höchstenWesen nahen; entehre dich nicht durch Spott und weise seinsollendes Lächeln über Dinge, die dir im fremden Gottesdiensteauffallend sind, und deren wahren Sinn du nicht fassest. —Würdest du nicht ebenfalls den Unverständigen bemitleiden, deres in seiner Thorheit wagte, die Feierlichkeiten, Gebräuche undUebungen deiner Kirche zu verspotten ?
O Mensch, wisse cs endlich, Alles, was den unsterblichenGeist zur Ewigkeit bereitet, ist ehrwürdig — ist ein Heiligthum,unter welcher Gestalt es auch erscheine! Darum ist jede Religionehrwürdig, denn alle Religion ist ein Pfad zu Gott, und Weiheder Seelen zur Ewigkeit! Was Gott aber heilig ist, das sollstdu, thörichter Sterblicher, nicht gemein machen.
Wenn der Jude in den Synagogen Davids Psalmen lallt,und mit Ehrfurcht das Wort des Gesetzes vernimmt, welchesunter Gewittern einst der Gott Israels vom Sinai herab sprach:erinnere dich, o Christ, so standen in den Synagogen einst allePropheten, deren Stimmen dir heute noch heilig sind; so verehrtein den Synagogen einst selbst Jesus Christus, dein Heiland, denGott des Weltalls!
Wenn der Bekenner des Korans nach morgenländischer Sittevor Gott anbetend daliegt, und mit seiner Stirne den Staubdes Erdbodens küßt; wenn er seine Waschungen im Tempel ver-richtet , und bei seinen Gebeten voll Andacht das Antlitz gegenMorgen kehrt, von wannen ihm sein Glaube gesandt ward —o erröthe schamvoll vor seiner Andacht, Leichtsinniger, der duin christlichen Tempeln oft gleichgültig entschlummerst, odermit deiner Einbildungskraft dich an Träumen der Eitelkeitweidest, während Tausende um dich betend ihren Geist zumHimmel wenden.