Gaumens durch Leckerbissen, zur Weichlichkeit in Wohnung undGeröchen, zum Stolz auf Kleiderschönheit. Wehe, ihr wissetnicht, was das Verhängnis über sie beschlossen hat! Lasset siekeinen Werth in Außendinge setzen, sondern in Selbstständigkeit,innere Kraft, Aufrichtigkeit und Edelmuth. Lehret sie die Wahr-heit ehren, unterrichtet sie nicht in Künsten der Verstellung. Eswird die Zeit kommen, da ihnen Klugheit gebietet, wo Vorsichtvonnöthen ist. Aber herrlicher ist noch, durch Redlichkeit zu ver-derben, als durch Schleichwege und Heuchelei emporzukriechenund über das Bessere zu siegen. Gewöhnet sie, daß ihr Körperzu jeder Entbehrung willig sei, vor keinem Ungemach scheuwerde; daß ihr Herz, ihr Geist die höchste Sorge ihres Lebenswerde.
O Vater, o Mu-ter, die du bei diesen Zeilen vor deinereigenen Schwachheit erröthest, vielleicht die allzuzärtliche Pflegedeines Kindes entschuldigen willst — du hast Verderben deinenKindern bereitet! Sie sind nicht b.ösen Gemnthes, aber durchdich sind sie schwach, sinnlich, sich selbst verzärtelnd geworden —so sind sie zu jedem Unglück reif. Sie sind es durch dich!Erinnere dich, daß dies Leben seine Stürme habe; womit hastdu dein Kind dagegen bewaffnet? Erinnere dich, daß diejenigen,welche durch Gottes Beistand auf Erden Ruhm und Glücksgütererwarben, Stifter angesehener Familien wurden, nur durch einstrenges Schicksal and ein unverzärteltes Jngendleben zum Gipfelihrer Wünsche gelangten!
Es ruft uns das Vaterland unter Blut und Thränen zurEinfalt, zur Gerechtigkeit des Wandels zurück. Nur Gerech-tigkeit erhöhet ein Volk: aber die Sünde ist der LeuteVerderben! — Nur unsere Selbstsucht, nur unsere Weichlichkeit,unsere Ueppigkeit ward unser Verderben, und zerstörte den Ruhmunserer Väter.
Es ruft uns die Stimme Gottes, die Stimme Jesu zujener Einfachheit der Sitten, zu jener Reinheit des Gemüthes,welche wir an dem Erlöser bewundern, und die das Kennzeichendes wahren Christen ist. — Warum soll dies Kennzeichen nichtauch mein Eigenthum werden? — Es soll es! Ich will mich