351
für Mitbürger und Vaterland, dies und nichts Anderes ist wahresChristcnthum, dies heißt in Gott wandeln und göttlich leben.
So gehe hin, so lebe. Erwirb dir die Himmelskrone hoherGemeinnützigkeit. Fordere für das Gute, das du thust, nichtimmer Lohn. Bringe deinen Mitbürgern zu ihrem Besten gernein Opfer mit freudigem Gemüth. Hat dich Gott mit Reich-thümern gesegnet: gehe hin, verbreite diesen Segen zum Theildurch nützliche Stiftungen und Anstalten über Tausende deinerminder reichen Mitbürger oder ihrer Kinder. — Bist du nichtbegütert genug, so hast du vom Schöpfer Talente anderer Artempfangen, du hast Kenntnisse oder Geschicklichkeiten. Erwartekeine Gelegenheiten, sondern suche sie auf, wo du zum Wohl-stände und Nutzen, zur Ehre und zum Glanz der Gemeinde, inder du wohnst, oder des Vaterlandes beitragen kannst.
Der ist kein Christ, der noch nicht gelernt hat, gemeinnützigzu sein; — der ist noch nicht in und mit Gott, der noch nicht,wie Gott für das Weltall, als Mensch in seinem kleinenWirkungskreise durch gemeinnützigen Eifer das möglichste Gutestiftete! — Der hat noch nie den Himmel in seiner Brustgetragen, der das Entzücken nicht gefühlt, wohlthätig für Vielemit eigener Aufopferung gewesen zu sein.
Jesus Christus, mein überirdisches Muster, o du Gemein-nützigster unter allen von: Weibe Gebornen, Christus, der Dufür die Beseligung und Aufklärung des in Finsterniß liegendenMenschengeschlechts Dein eigenes Leben in den Opfertvd dar-brachtest, — Jesus Christus, sei Du mein tägliches Vorbild,meine Leuchte im dunkeln Gewühl des Lebens, meine Stütze,wenn mich die niedrige Selbstsucht vom Weg der Tugend undder wahren Christenlehre hinwcgreißen will. — Ich weiß es,nur der Gemeinnützige kann einst mit dem süßen Bewußtseinsterben: Ich lebte hienieden nicht vergebens! Nurder Gemeinnützige kann mit dem süßen Bewußtsein leben: I chthue, wie mein Heiland that. — Amen, daß ich's thunmöge; daß ich einst so vollende! Amen.