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1 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
Entstehung
Seite
337
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erster Jugend an zu Erfüllung jener Pflicht gewöhnt, die unsdas Wort Gottes vorschreibt: Einer trage des Andern Last, sowerdet ihr das Gesetz Christi erfüllen. (Gal. 6, 2.)

Allein wider diese Gewohnheit, wider diese natürliche undheilige Pflicht kämpft nachher oft der Ehrgeiz der Menschen heftigan, wenn ihre Leidenschaften erwachen. Sie suchen sich durchmancherlei Scheingründe zu rechtfertigen, wenn sic geneigt find,den Vorgesetzten keinen Gehorsam zu leisten, Einsichtvollern dieAchtung zu versagen, die Begüterten um ihr größeres Vermögenzu beneiden, und Personen, die um das Volk oder auch nur umdie Gemeinde wohl verdient sind, in ihrem ihnen zu Thei! ge-wordenen Ansehen zu beeinträchtigen und sie zu verlästern. Sicmöchten dann Alles gern für menschliche Stiftung halten undausgeben, was an sich offenbar eine göttliche Anordnuna ist, undglauben, weil sie in Allem Menschen sehen, es sei Alles nurvon Menschen gemacht.

Schon die Gestalt einer Familie beweiset, es sei die Un-gleichheit der Stände eine göttliche Stiftung, undaus Familien bestehe das Volk. Wären von Natur ineiner Familie die Acltcrn und Kinder zugleich von unacfähreinerlei Alter, Kraft und Einsicht; hätten alle Glieder darin vonNatur gleiches Vermögen, gleiche Rechte, gleiche Neigungen zuBeschäftigungsarten wie lange würden sie in Frieden bei-sammenwohnen ? Aber, wie in Allein, was Gott schuf, die größteMannigfaltigkeit herrscht, so durch ihn auch unter den Menschendie allermannigfaltigste Ungleichheit seiner Gaben, auf daß einerdesto williger mit der Gabe diene, die er empfangen hat. Esmüssen nothwendig Gehorchende und Befehlende, Zirme undReiche, Dienstleute und Herrschaften, Unwissende und Kenntniß-volle sein. Und wie sehr man auch künstele, die Natur wirdimmerdar Gottes ewigen Willen vollstrecken.

Es ist möglich, daß viele Einrichtungen und Gesetze im Staatwillkürlich, einseitig, mangelhaft sind: aber Gesetze müssen sein;es ist der Fehler menschlicher Unvollkommenheit, wenn nicht Allesimmer am vollkommensten ist, oder daß nicht Alles, was zum-Besten des Ganzen dienen map, auch jedem Einzelnen vortbcilhaftI. ' ts