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1 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
Entstehung
Seite
323
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treten. Du wirst von deinem Gut auch Andern, und unglück-lichem Brüdern sogar mittheilen können, oder solchen, die nichtso vorsichtig handelten, als du. Aber wie? wird es dir zu' schwer, dir manches Entbehrliche zu versagen; zu schwer, dirdiesen oder jenen Genuß abzubrechen? Bist du ein Knecht deinesGaumens, ein Sklave deiner Bequemlichkeiten geworden? O,wenn du solche Fesseln nicht zerbrechen kannst, so bist du desSklavenlohns werth; werth, allmälig in Armuth und Schmachzu versinken. Dich rettet Niemand, wenn du dich selbst nichtretten magst; und du selbst fühlst es, dein Gewissen sagt dir es:rettungswürdig bist du nicht., weil du dich nicht selbst verläugnm,weil du kein Weiser, kein Christ sein kannst.

Wandle mit der Vorsicht des Weisen; bringe muthig tieOpfer, welche du bringen mußt; entbehre freudig, wo du ent-behren mußt; handle redlich gegen Mitbürger und Obrigkeiten;dulde ruhig, aber vollstrecke deine Pflichten das Uebrigeregiert Gott! Ihm überlasse es und seiner Weisheit, welcheWendung er deinen Schicksalen geben will; er weiß Alles woh!-thätiger zu leiten, als der beschränkte Geist der Sterblichen zuerrathcn im Stande ist. Zittere nicht bei diesen Zeiten für dasLoos deiner Freunde, für das Loos deiner vielleicht noch un-erzogenen Kinder. Gott, dein Vater, ist ja auch ihr Vater, und,wenn du einst nicht mehr bist, nicht mehr für sie sorgen kannster lebt noch, er sorgt noch.

Waffne mit der Vorsicht des Weisen auch deine Kinder gegendie Drangsale der Zeit. Erziehe sic nicht zum Wohlleben, sondernzur Enthaltsamkeit, zur ernsten Beschäftigung; nicht zur Zer-streuung, sondern zur nützlichen Thätigkeit, durch welche sie^ jederzeit Mittel finden, unabhängig zu leben und Schöpfer ihres^ eigenen zeitlichen Glücks zu sein. Du hast vielleicht Ansehen unterdeinen Mitbürgern, Ehre, Würde, Vermögen; aber im Sturmder Zeiten können dein Reichthum und. Ansehen verloren gehen,und deine Kinder gleich Bettlern oder Flüchtlingen ein neuesVaterland suchen. Darum, nicht was du ihnen gibst, sondernwas du aus ihnen machst, das hast du ihnen in Rücksicht zeitlicherWohlfahrt hinterlaffen.