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1 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
Entstehung
Seite
295
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So ehrest du deinen Stand, und er gibt dir mit reichem Wucherdie Ehre zurück, die du ihm erwirbst.

Dann wird nie das niederträchtigste aller Laster bei direrwachen, der Neid der Handwerks - und Brodneid, welcherzu unsäglichem Verdruß und zu dem traurigen Verderben desGemüths führt. Wen Gott segnen will, dem sollst du es nichtmißgönnen. Wenn Kunst, Geschicklichkeit und Fleiß dich aberin den Stand setzen, den Beneideten in Güte und Preis derWaare zu übertreffen: dann hört er auf, für dich beneidens-würdig zu sein; du wirst es selber.

Das zuverlässigste Mittel, den schändlichen Brod- undHandwerksneid von sich zu verbannen, besteht neben der Ver-besserung eigener Geschicklichkeiten in der Einfalt der Sitten,Eingezogenheit des Wandels, Genügsamkeit mit Wenigem,Vermeidung alles Entbehrlichen. Nur so wird Wohlhabenheitgewonnen. Prahlerei macht lächerlich; großer Aufwand, derunsere Einnahme übersteigt, macht verdächtig; Betrügerei machtverächtlich. Aber eingezogen und sparsam leben, erwirbt Ver-trauen; wenig ausgeben und viel verdienen, bringt Ehre; ein-faches Hausgeräth, geringe Kost machen keine Schande, wohlaber unbezahlte Schulden und rückständige Zinsen. SchöneKleider nach dem neuesten Geschmack verschaffen kein Ansehen;aber der Ruf von deiner Häuslichkeit, von dem stillen Wachs-chum deines kleinen Vermögens, erwirbt dir Zuversicht undHochachtung bei den Leuten. Mancher, der seinen Stand ver-lassen hat, um zu glänzen, ärntet überall Achselzucken; wer seinGeschäft aber recht führt, so gering es auch gelten möge, hatvor dem Könige und Bauer Lob.

Nähre und kleide dich und die Deinigen deinem Standegemäß; nicht deinem Stande, sondern deinen Einkünften, nichtdeinen Einkünften, sondern deiner höchsten Nothdurft gemäß.Denn wer ausgibt, was er einnimmt, ist Bettler, wenn dieLösen Tage eintrcten. Erziehe deine Kinder in Verständigkeit,Sitteneinfalt und Gottesfurcht. Warne sie vor der Gefahr, sichüber ihren Stand zu erheben. Reichthum ist nirgends wohlfeil;aber in jedem Stande wird er durch Mäßigkeit, Arbeitsliebe