dings ihr Wahres haben: ist darum jener Jrrthum weniger einJrrthum?
Der Landmann wird nicht darum arbeitsam, wirthschaftlichund der Obrigkeit gehorsam, weil er unwissend, abergläubig,roh, in wilden Freuden ausgelassen, und in Allem, was außerseinem Stall und Acker liegt, unbehilflich ist. Sondern derroheste, unwissendste und groben, ausgelassenen Ergötzungenergebenste Bauer ist der schlechteste Landwirth, der unordentlichsteHausvater, der unzuverlässigste Unterthan seiner Herrschaft.Das Unvollkommene und Schlechte kann nie zum Vollkommenenund Guten helfen. Die bessern Schulen und Erziehungsanstaltenin Städten machen den Bürger menschlicher, in seinem Gewerbesinnreicher, in seinem Eifer für Glück und Ehre des Thronesund des Vaterlandes hochherziger, gegen Einheimische gemein-nütziger, gegen Fremde wohlwollender.
Jesus Christus brachte das reinste Licht der Weisheit nichtden Palästen der Großen und den Bewohnern der Städte allein;er brachte es den ärmsten Hütten. Sein Wort ist die wahreAufklärung, deren der Mensch bedarf, um in jedem Standedas höchste Lebensglück zu finden. Er rottete die falschen Ein-bildungen aus; er zerstreute die Macht abergläubiger Vor-stellungen; er wies vom Staub empor auf das Göttliche; erermahnte zur Genügsamkeit in Allem, was das irdische Lebenforderte. So wir Nahrung und Kleider haben, sprach Paulusin Jesu Geiste, lasset uns zufrieden sein; trachtet vielmehr demnach, was dort oben ist.
Dem Höhern nachzutrachten, was dort oben ist, wird keineBüchergelehrsamkeit erfordert; aber ein von Jrrthümern freiesund ein allem Guten offenes Gemüth. Es wird das Gott-ähnlichsein nicht errungen durch äußern Wohlstand oder durchLeibeskräfte, sondern durch das Streben des Geistes. Diesen Geistalso sollen wir auch im ärmsten Landmann fähig machen, sichder von Jesu gebrachten Wahrheiten bemächtigen zu können.Darum sollen Vernunft und Verstand der ländlichen Jugendschon in den Schulen mit Sorgfalt entwickelt und geübt werden.Nur wer die Einsicht dessen bat, was besser ist, kann das Bessere