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1 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
Entstehung
Seite
282
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für den Glanz des Hauses nicht dessen innere Glückseligkeit, fürdas Geld nicht den Genuß, für die Ehre nicht die Ehrlichkeit.

Leider ist zu beklagen, daß der Landmann, wie wir ihnmeistens finden, selten fähig ist, den großen Vorzug seinesStandes zu erkennen und zu benutzen. Unwissenheit beraubt ihnfast aller Vorthcile desselben; Aberglaube erstickt seinen gesundenVerstand; rohe Sitte, thierische, grobe Lust vertritt nur zu oftdie Stelle natürlicher Einfalt; Saufen bis zur Betäubung,Fressen bis zur Ueberladung, werden die Krone seiner Freuden;er arbeitet mit seinem Vieh um die Wette; aber hat er seinBrod gewonnen, empfindet er selten ein Verlangen nach höhermGenuß, nach Ausbildung seines Verstandes und Herzens.

Richte draußen deine Geschäfte aus und arbeite deinenAcker; darnach baue dein Haus, das heißt, die innere Glück-seligkeit deines Hauses, deiner Familie! (Spr. Sal. 24, 27.)so spricht die heilige Schrift. Der Mensch lebt nicht, um dastägliche Brod zu gewinnen und Kleioer genug zu haben, seinenLeichnam zu bedecken. Was der Leib nöthig hat, soll hcrbei-geschafft werden; alle übrige Zeit soll der Veredlung des Herzensund Geistes angehören. Das ist der Beruf des Viehes, demhungernden Magen Nahrung zu suchen, Vorrath auf den Winterzu sammeln, und sich ein bequemes Nest oder eine ruhige Höhlezu bauen. Der Mensch, welcher im Leben nicht mehr leistet,als für sein irdisches Wohlsein zu arbeiten und zu sorgen,stellt sich dem Thiere gleich. Er ist wohl zu beklagen; denner vergißt das wahre und hohe Ziel seiner Erschaffung. Dermächtigste Fürst aber hat wahrlich kein erhabeneres Ziel imLeben, als der niedrigste Bauer und der ärmste Taglöhner.Der goldene Thron und die hölzerne Bank, der Purpurmantelund der Zwilchkittcl, das hohe Fürstenschloß und das Stroh-dach der balifälligen Bcttlerhütte find bloße Nebendinge imLeben. Der Mensch selbst ist das Werthcste, und im Menschenist es sein unsterblicher Geist. Darum richte draußen deineGeschäfte aus und arbeite deinen Acker; denn des Leibes Nahrungund Nothdurst geht jeden: Andern vor. Die niedrigsten Bedürf-nisse unserer thierischen Beschaffenheit müssen erst gestillt sein.