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1 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
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Ein gebildeter Kopf hat nie die Verlegenheit der Langeweile zubefürchten, und um dieser zu entrinnen, nicht nöthig, sich andernLeuten als überlästiger Gesellschafter aufzudringcn. Was du jetztcinsammelst, davon wirst dl« in alten Tagen das Gastmahlbereiten. Schon ein unwissender Jüngling wird bemitleidet; aberbejahrte Personen, die häufig in ihren ttrthcilen irre gehen, oderüber nichts lehrreich sein können, sind unerträglich.

Rede nicht ein, daß dir deine Berufsarbeiten zur Einsamm-lung anderer Kenntnisse wenig Lust und Zeit lassen. Du hastauch deine Stunden des Nichtsthuns. Du bist auch m Gesell-schaften , wo du Abende bei den geistlosesten Erholungen verlierst.Verstehst du es nicht, zur Veredelung des unsterblichen, denkendenWesens in dir zu wuchern mit der Zeit, so hoffe schlechte Zinsenin demjenigen Lebensalter, das dir nur übrig bleibt, von ihnenzu zehren.

Ein gesunder Leib, ein mäßiges Vermögen, welches uns vorgroßem Mangel schützt; eine dankbare, zärtliche Jugend, diewir erziehen; Freunde, die wir uns dauerhaft gewinnen; einimmer gleicher, froher Muth; ein reines Herz, ein gebildeterGeist das ist's also, was das Lebcnsglück im spätesten Greisen-alter verbürgt, und ohne welches ein langes Leben keineswegsein wiinschenswerthes Gut ist.

Mag es Vielen auch zuviel gefordert scheinen, alle dieseVortheile zu vereinigen: sie zu erreichen ist keine Unmöglichkeit;denn das Unmögliche liegt in keines vernünftigen Wesens Willen.Jeder weiß, thcils daß er einige dieser Vortheile wirklich schonbesitzt, und sie nur mit Sorgfalt zu bewahren hat; thcils daßer sie bei weniger Entschlossenheit und Ausdauer des Willensnoch erreichen kann.

Der'Mensch aber vermag Alles durch Gott. Er lebe inGott, das heißt, in göttlichem Sinn, wie Jesus ihn offen-barte ! Religion ist die sicherste Führerin zum schönsten Zielunserer Tage. Sie gibt uns Kraft und Muth, auch dasSchwerste zu übernehmen, auch das Stärkste zu überwinden.Sie verbreitet Anmuth, Hoheit und Segen über all' unserThun. Der rellgiöse Greis, nicht der bloße Beter und Kirchen-