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1 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
Entstehung
Seite
252
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Die Kunst, ein frohes Alter zu erreichen.

Erste Abtheilung.

Svr. Sal. 3, 13. ia. n.

Ich flehe nichtNm langes Leben;

Willst Du es aber, Gott, mir geben,

So nehm' ich es mit Dank von Dir;

Ich schuf e« nicht, Du gabst es mir.

Nur heitern Muth8» sMcrn Tagen,

Ein Alter ohne Schmach und Klagen,

Ein Herz, das kindlich auf Dich schaut

Um dies nur, Vater, fleh' ich laut.

O laß mich frühAm LebcnSinorgcn

Schon für den heitern Abend sorgen;

ES bringe Dir dann noch der GreisMit Zugcndfeuer Dank und Preis.

A?an wird wenige Menschen finden, die sich nicht ein hohesAlter wünschen. Und wenn wir auch zuweilen das Gegcntheilhören, so werden eben die, welche die wenigste Furcht bezeugen,doch von Jahr zu Jahr ihre Todesstunde, wenn sie es vermöchten,gern noch einige Jahre weiter verschieben wollen. Sie fühlen es'nicht, wenn sie alt werden, und wähnen in ihrem Innern mehrJugendkraft, als vorhanden sein mag.

Der Trieb zum Leben ist von der Hand unsers GotteS zutief in die Natur aller lebendigen Geschöpfe gelegt, als daß erso leicht vcrtilgbar wäre. Nur der Mensch kann ihn zuweilenin sich schwächer fühlen. Dies geschieht jedoch aber nur in vor-übergehenden Augenblicken des Rausches., der seinen Geist betäubt.Und Verzweiflung wie Schwärmerei, Schwermüthigkeit wieRuhmbegierde, Gemllthsverstimmung aus körperlicher Schwächewie Wahnsinn, welche Ueberdrufi am Leben oder Todeslusterzeugen, sind mehr oder weniger ein Rausch, der dem Geistedie Helle Besonnenheit geraubt hat. Im scheinbar kaltblütigsten,