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1 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
Entstehung
Seite
241
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nissen zu finden hoffte! Sein Fehler ist mehr Jrrthum desVerstandes, als Schlechtigkeit des Herzens. Und du, der duspottest, ist dein grausamer Scherz, womit du eine ohnehin wundeSeele, mehr als du glaubst, betrübest, nicht noch gröberesVerbrechen oder gröbere Verstandesschwäche, als selbst derFehler jener Unglücklichen? Nicht daß man diese Fehler ebenso gut heißen, oder ungestraft dulden sollte, nicht daß mandergleichen nicht mit seiner Unzufriedenheit ernst oder scherzendmißbilligen sollte, aber darin liegt die leichtsinnige Grausamkeitdes Spottes, wenn man selbst den Edlem ihres Geschlechts jeneHochachtung versagt, welche den Wehrlosen und Guten gebührt,und obne Rücksicht auf alle Unvermahlte den Tadel ausdehnt,welchen doch eigentlich nur sehr wenige durch auffallende Thor«heiten und Schwächen verdienen.

Warum da-s Leiden derer erhöhen, welche schuldlos dasOpfer der Zeiten und Sitten wurden? Warst du Zeuge vonden Ursachen, die sie bewogen, Verzicht zu thun auf das Glückdes ehelichen Lebens? Weißt du, wie tief dein roher und ekel-hafter Scherz ihr ohnehin zerrissenes Gefühl verwundet? Hastdu jene heißen Seufzer, jene blutigen Thränen gekannt, dienur der Allwissende sah, als eine unglückliche Liebe ihr Herzbrach, und sie fortan von allen Lebensfreuden entfremdete?Warst du Zeuge, als die Jungfrau mit göttlicher Kraft denhöchsten Entschluß faßte, den das menschliche Gemüth fassenkann: für fremdes Glück das eigene edelinüthig aufzuopfcrn?>Und d?: spottest, du, der so hohen Seelenadels vielleicht nochnie fähig gewesen? Und du scherzest, du, der ohne Entsagungallen seinen Gelüsten wie ein Schwächling dient?

Wie die Wittwe, wie die Waise, also steht die unvermahlteJungfrau, zumal in den spätem Tagen ihres Lebens, einsamda, ohne Freund, ohne Versorger, ohne Vertheidiger. DieWittwe hat vielleicht noch Kinder, welche freudig der Stolz,die Hilfe und der Schutz der Mutter sind; aber die jungfräulicheMatrone entbehrt auch dieses Trostes. Sie, vielleicht in ihrerBlüthezeit durch die schmeichelnden Huldigungen derer verwöhnt,die damals um ihre Gunst warben, muß nun um so schmerz-