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1 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
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bleiben. So geschah zu den Zeiten der Apostel. Die ersten JüngerJesu blieben unvermählt. Nicht weil sie die Ehe nachtheilig hieltenfür ein heiliges Leben, sondern weil sie in ib-rcn Tagen nur Ver-folgung und Schmach voraussahen, keine bleibende Stätte, keinVaterland hatten, sondern, entschlossen, sich für die Wahrheitund Verbreitung des Evangeliums aufzuopfern, keine Rücksichtenauf Weib und Kinder nehmen, sich nicht durch Pflichten gegendieselben in ihrem erhabenen Berufe stören lassen konnten unddurften: darum blieben sie unvermählt. Darum empfahlen sieauch Andern, die mit ihnen gleiches Schicksal, gleichen Berufwählen wollten, das ehelose Leben. Aber, sprachen sie, cS istnoch besser, in diesen Stand treten, als durch unordentliche Be-gierde leiden. (1. Kor. 7, 9.)

Die Ehe ist das heiligste und engste Bündnis, welches Men-schen mit Menschen auf Erden schließen können aber in ihrliegt auch die edelste Versüßung des Lebens. Hier bewirken Liebeund gegenseitige Zuneigung, oder auch Gewohnheit, das innigsteVertrauen, die bleibendste Anhänglichkeit. Leicht sind andereBündnisse gebrochen, selbst die zärtlichsten der Freundschaft,wenn Freunde durch Zeit und Raum oder durch Ungleichheit desStandes und Vermögens, oder durch bloße Verschiedenheit derMeinungen getrennt werden. Aber die Ehe ist ein gewaltigesBand, durch die Natur, durch die Anwesenheit gemeinschaft-licher Kinder, durch die bürgerlichen Gesetze gestärkt. Schondas Sprichwort sagt: Freunde in der Noth sind selten. AberEhegatten gehören einander in der Noth, wie am Tage desGlücks; jedes Gewitter des Lebens, jeder Sonnenstrahl derFreude trifft beide. Wenn aller andern Menschen Hilfe undMitleiden flicht in der Ehe allein ist gegenseitiger bleibenderBeistand. Die Noth des Einen wird zur Noth des Andern»Eben dies verkettet zwei gute Herzen enger. Daruin (so redetdie älteste Urkunde der Menschheit) sprach Gott der Herr:Esist nicht gut, daß der Mensch allein sei; ich will ihm eine Gehilfingeben, die um ihn sei.-

Hilfe und Beistand in jeder Lage des Lebens ist also der ersteGewinn des ehelichen Lebens, Trost in Trübsal, Rath in Ver-