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In cucrn Wohnungen, christliche Aclrern, finde nie einhäusliches Fest statt, und besonders bei der Feier des heiligenChristfestes, ohne daß es auf irgend eine Weise mit der Religionverbunden und durch sie noch heiliger werde. Und wenn diesendlich auch nur durch ein rührendes, herzliches Gebet in derGesellschaft eurer Kinder geschieht, so ist ein solches Gebet wahr-hafte Weihe des schönsten Tages. ^
So beginnt das Kind unvermerkt das geistige, höhere Leben,das Leben für Gott und Ewigkeit. So wird die Religion demkindlichen Herzen ein unzerstörbares Heiligthum, worin es Ruheund Seligkeit findet in den Tagen der Mannheit und desGreisenalters. Dieser Religionsunterricht, immer angemessender Fassungskraft der Kindheit, soll nur nach und nach mit zu-nehmenden Jahren erweitert werden. Es höre endlich das Kindvon Jesu, von seinen Wohlthaten und Leiden für das mensch-liche Geschlecht, wenn es fähig genug ist, die Größe dieser Wohl-thatcn und Leiden zu würdigen. Man führe es erst dann imGeiste unter das Kreuz des göttlichen Menschenfreundes, wenncs unter demselben Thränen der Liebe, der Verehrung und Dank-barkeit weinen kann, wenn es die Wollust empfinden kann, welchein dem Gedanken liegt, Jesu Jünger zu heißen.
Doch nie machet die Religion des Kindes zur bloßen Sacheder Empfindsamkeit, zum Spiel des Gefühls. Erhitzet nichtbloß die Einbildungskraft der Jugend, und begnüget euch nicht,den Augen derselben durch rührende Erzählungen Thränen zuentlocken. Schön zwar sind auch solche Aufwallungen des Ge-fühls von weichgeschaffenen Seelen; aber sie sind vorübergehend.Sie können schon ihrer Natur nach nicht von lange anhaltenderDauer sein. Dies saget dem werdenden Jüngling, der werden-den Jungfrau. Saget ihnen, daß fromme Gefühle nur Blü-thcn der Religion sind; aber fordert Früchte des Glau-be n s von ihnen, fromme Thaten! Saget ihnen, daß nichtder Hörer des göttlichen Wortes, sondern nur der Thäterdesselben ein wahrer Christ sei; daß man Gott nicht mit Wor-ten, sondern mit tugendhaften Handlungen verherrlichenmüsse; daß, wer nicht die Werke der Liebe, der Demuth, des