Tempel fluchen, verleumden, falsche Eide schwören und Lasteraller Art treiben können.
Erst da Jesus zwölf Jahre alt war, da er schon stärkergeworden war im Geist und in der Weisheit (Luk. 2, 40. 42.),sah man ihn im Tempel. Er saß mit hoher Wißbegier unter denLehrern, und hörte ihnen zu und fragte. — So wird und mußauch der Tag, an welchem ihr eure Kinder zum erstenmal in dieheiligen Versammlungen der Christen mitnehmet, einer der feier-lichsten Tage ihres Lebens werden. Die Erinnerung desselbenwird für sie immerdar von schönen Rührungen begleitet sein.
Noch ehe sie zur Theilnahme an den öffentlichen Gottes-verehrungen über die Schwelle eines Tempels getreten sind,müssen sie längst schon würdige Gottesverchrer geworden sein.Nicht der Tempel, nicht der Altar heiligt das Herz, das Herzheiligt erst den Tempel. Nicht der Tempel führt uns zur Religion,nein, die Religion führt uns zum Tempel.
Erfüllet das Herz eurer Kinder mit religiösen Gesinnungen,und sic werden einst mit der gerührtesten Seele sich in die öffent-liche Versammlung der Christengemeinden mischen. — Vorhersei die ganze Welt ihr Tempel, und die wichtigsten Ereignisseihres Lebens verknüpfet mit Religion.
Am Grabe ihrer Gespielen, am Grabe der ihnen theuernBekannten, o christliche Acltern, eröffnet ihnen die ersten Alls-sichten in die Ewigkeit, zeiget ihnen den inodernden Staub,welcher in die Gruft sinkt, und belehret sic vom Dasein einerunsterblichen Seele, welche nicht Staub, sondern selbstständig,geistig, für die Unendlichkeit gcböben ward. Mögen auch diekindischen Vorstellungen der Jugend von der Fortdauer der Seelejenseits des Grabes, von der Fortdauer in einem bessern Leben,
' noch so unvollkommen sein: es ist genug, daß der Gedanke derUnsterblichkeit nur früh und tief in ihrer Seele anwurzele, daßder Glaube an eine vergeltende Zukunft nach dem Tode mit ihnenaufwachse. Je inehr sie an Alter und Geisteskraft zunehmen,je leichter werdet ihr Anlaß finden, ihre unvollkommenen Vor-stellungen zu berichtigen und zu veredeln.