sic sich in Jedem besonders ausspricht, soll des Festes schönstenGlanz bringen. Ein ungemefsener Aufwand stört die edle Einfaltdes Hauswesens, und legt das Festliche in Nebendinge, die nichtzur Freude Aller gehören. Da steht cs noch schlimm, wo dieFreude nicht wohlfeilen Kaufes ist! — Soll mehr als gewöhnlichgethan werden, so geschehe cs mit weiser Mäßigkeit. Erlaubtcs der Zustand deines Vermögens, so wähle solchen Tag vor-zugsweise, die Heiterkeit, welche in deinem Hause lebt, auchaußer demselben zu verbreiten. Wer recht glücklich ist, möchtedie ganze Welt in seine Seligkeit einziehen. — Siehe, es gibtwohl noch weinende Augen in deiner Nähe; cs gibt wohl nochFamilien, die mit großer Dürftigkeit zu kämpfen haben; es gibt'wohl arme Greise, die am Abend ihres Lebens mit der Freude
weniger mehr gemein haben-hast du nichts übrig, ihnen
den Feiertag deiner Aeltcrn, deiner Kinder, deiner Geschwister'zu einem frohen Lebenstag zu machen? Gehe hin, in der Stille,überrasche sie mit einer unerwarteten Hilfe—laß sie eine Freuden-thräne in den Jubel deines Hauses weinen! laß sie ihr stilleöGebet sich mit dem deinigcn zum Vater im Himmel für dasWohl deines Geliebten vermischen ! — Dies ist heilige Lust *Dies ist die wahre Verklärung des Feiertages durch Tugend, dieauf Erden und im Himmel gilt.
Ueberhaupt herrsche Adel und Liebe in der Wahlder häuslichen Vergnügungen. Nicht leichter wird geirrt,als da, wo man die Freude zu erwecken sucht. Nicht alle Mittelsind unschuldig; und nur wenige sind von solcher Art, daß siedurch das Vergnügen zugleich das Gemüth zu erhabenen Gefühlerrund göttlichen Entschlüssen beseelen.
Verhüte jede Lust, jeden Scherz, welche ausunreinen Quellen stammen! — Wohl mag auch durchSpott und Neckereien zum Gelächter gereizt werden — abernicht zu reiner Freude. Schadenfrohe Neigungen entstehen aufder einen, Verdruß und Rachsucht auf der andern Seite. DieLiebe aber stirbt unter den Wunden, welche Verachtung undherzloser Muthwille schlagen.