Und endlich ich selbst — habe ich nicht selbst vor denGefahren der Armuth zu zittern? Zwar, mein Gott, meinliebreicher Vater, segnest du meine Arbeiten; noch habe ichmein Brod, mein Obdach und mein Gewand, und ich darfan den folgenden Morgen denken, ohne Furcht, Mangel an denersten Nothwendigkeiten des Lebens zu leiden — aber bin ich demungeachtet nicht voll heimlicher Sorgen? Verschlingen dieseSorgen nichteinen wichtigen und schönen Theil meiner Stunden?Bin ich nicht in der That viel ärmer, als ich scheine? O wieviel entbehrliche Bedürfnisse habe ich mir leider zu unentbehrlichenNothwendigkeiten verwandelt! Wie sehr bin ich nun der Sklavederselben geworden, und muß meine besten Tage, meine bestenKräfte bloß für sie, also bloß für Bequemlichkeiten meinerPerson aufopfern, statt sie zur Beglückung der Welt anzuwenden!O wie anders, genügsamer Jesus, warst Du; wie reich warstDu in Deiner scheinbaren Dürftigkeit!
Ich muß und will Rechnung halten über meinen Zustand —ich will zur Freiheit des Lebens zurück. Enthaltsame Genügsam«keit verändert die Dürftigkeit schnell in Wohlstand — ich willKräfte, Stunden und Mittel gewinnen für Menschenbcglückung,für Selbstheiligung zum ewigen Sein ! Hilf mir, o Gott, mitDeiner Gnade! Amen.